Wolfgang Mischnick erhält Reinhold-Maier-Medaille

Stuttgart – Der ehemalige Vorsitzende der FDP-
Bundestagsfraktion, Wolfgang Mischnick, ist mit der Reinhold-Maier-Medaille geehrt worden. FDP-Landeschef Walter Döring würdigte Mischnick bei der Verleihung am Sonntag in Stuttgart als Menschen mit klaren politischen Konzepten und Ausdauer. Mischnick habe seine Rolle als Fraktionsvorsitzender nicht als «Zuchtmeister» verstanden, sondern durch Überzeugungsarbeit gemeinsame Lösungen erzielt. Er sei es gewesen, der im Januar 1969 als erster einen Entwurf für einen Generalvertrag zwischen der Bundesrepublik Deutschland und der DDR auf den Tisch gelegt habe.

Mischnick forderte in seiner Dankesrede, der politischen Bildung in Deutschland weiter einen hohen Stellenwert einzuräumen. Wer beklage, dass sich junge Menschen rechts- oder linksradikalen Parteien zuwenden, müsse auch dafür sorgen, dass politische Bildung vor allem in den Schulen unterstützt werde.

Mischnick war von 1961 bis 1963 Bundesminister für Vertriebene, Flüchtlinge und Kriegsgeschädigte. In der FDP-Bundestagsfraktion wirkte er von 1959 bis 1961 als Parlamentarischer Geschäftsführer. Das Amt des stellvertretenden Vorsitzenden der FDP-Bundestagsfraktion hatte Mischnick von 1963 bis 1986 inne, danach stand er bis 1991 an der Spitze der Fraktion.

Die Reinhold-Maier-Medaille erinnert an den ersten
Ministerpräsidenten Baden-Württembergs (1889-1971). Seit 1989 verleiht die Südwest-FDP die Auszeichnung jährlich an Persönlichkeiten, die sich um die Verbreitung und Förderung liberalen Gedankengutes verdient gemacht haben.