Wolff / Meinhardt: Wir brauchen für Hauptschulen ein klares Aktionsprogramm

(Berlin) Zur Situation an der Berliner Rütlischule und anderen Schulen mit hohem Gewaltpotenzial erklären der Innenexperte der FDP-Bundestagsfraktion, Hartfrid Wolff, und der bildungspolitische Sprecher, Patrick Meinhardt:

Es ist unglaublich und bestürzend, dass die Berliner Bildungsbürokratie den ?Brandbrief? der Rütli-Hauptschule einfach mit einem Eingangsstempel versieht, abheftet und vier Wochen sich niemand mit der Schule in
Verbindung setzt.

Wer wie der rot-rote Senat die Rütli-Hauptschule links liegen lässt, muss sich nicht wundern, dass sie zur Restschule wird. Die Entwicklungen an Schulen, insbesondere in sozialen Brennpunkten und mit überhohem Anteil von Schülern mit Migrationshintergrund ist schon lange ein Thema. Schulsenator Klaus Böger ist aus seinem bildungspolitischen Winterschlaf
wach gerüttelt worden und reagiert mit falschem Aktionismus.

Massive Schulprobleme könnten zu Keimzellen von Vorstadtkrawallen wie in Paris werden. In Zukunft muss es eine konsequente Haltung geben: Keine Waffen und keine Gewalt in Schulen. Notfalls muss es konsequente Kontrollen und auch Strafen geben. Bestimmte in der Jugendszene verbreitete Waffen sind vom Waffenrecht offenbar noch nicht hinreichend erfasst. Deshalb muss auch das Waffenrecht auf etwaige Lücken überprüft werden.

Kriminalitätsprävention ist von besonderer Bedeutung: Wir brauchen für Hauptschulen ein klares Aktionsprogramm. Sie müssen eigenständig entscheiden, welche Lehrer und welche Schüler auf ihre Schule gehen und wie sie mit anderen Schulen kooperieren wollen. Wir brauchen Ganztagsschulangebote mit professioneller sozialpädagogischer Betreuung, qualifizierte Beratungsangebote für Eltern, um diese in ihrer Erziehungsarbeit zu stärken. Konkrete Ausbildungsperspektiven sind erforderlich, ein enger Kontakt zwischen Wirtschaft und Hauptschule ab der 7. Klasse ist wichtig.