Wolff: Fachkräftezuwanderung endlich erleichtern

Zu Überlegungen der Bundesregierung, die Zuwanderung von ausländischen
Fachkräften zum deutschen Arbeitsmarkt zu erleichtern, erklärt der Sprecher der FDP-Bundestagsfraktion für Ausländerrecht, Hartfrid Wolff:

Endlich dämmert in der Regierungskoalition die Erkenntnis, daß die heimische Wirtschaft auf Fachkräftezuwanderung angewiesen ist. Nach einer Studie des Instituts der Deutschen Wirtschaft verursacht der
Fachkräftemangel einen Ausfall von rund 20 Milliarden Euro allein im Jahr 2007.

Neben kurzfristigen Lösungen wie die Ausnahme bestimmter Berufsgruppen
aus der Vorrangprüfung muß aber auch ein grundlegendes Konzept zur Steuerung von Zuwanderung durch ein Punktesystem entwickelt werden, das die Bedürfnisse des deutschen Arbeitsmarktes und die
Integrationsfähigkeit der Bewerber erfaßt.

Deutschland kann seinen durch Fachkräftemangel hervorgerufenen,
internationalen Wettbewerbsnachteil unter anderem nur verringern, wenn auch gut ausgebildete Facharbeiter aus den östlichen EU-Staaten Zugang zum deutschen Arbeitsmarkt erhalten. Es hat keinen Sinn, die ohnehin anstehende Öffnung des Arbeitsmarktes weiter zu verschieben. Deutschland ist hier in Konkurrenz zu den anderen EU-Staaten, die teilweise ihren
Arbeitsmarkt schon für Bewerber aus den neueren EU-Staaten geöffnet haben.

Eine solche Zuwanderungssteuerung ist eine unabdingbare Ergänzung größerer Anstrengungen im Bereich der beruflichen Bildung und Qualifikation. Die Bundesregierung muß rasch handeln. In ihrer Ausländerrechtsreform vor der Sommerpause haben SPD und Union das
Problem noch ignoriert und keinem der diesbezüglichen FDP-Änderungsanträge zugestimmt. Die FDP hat frühzeitig gefordert, die bürokratischen Hürden für die Beschäftigung von ausländischen
Fachkräften deutlich zu senken.