Wolff: „EU-Weinmarktordnung kritisch mitgestalten“

(Berlin) EU-Agrarkommissarin Mariann Fischer Boel stellt morgen in Brüssel ihren Entwurf für die Reform der EU-Weinmarktordnung vor. Dazu erklärt der FDP-Abgeordnete aus dem Rems-Murr-Kreis Hartfrid Wolff:

Ich fordere die deutsche Regierung auf, die Reform der EU-Weinmarktordnung aufmerksam und kritisch mitzugestalten. Tradition und Qualität des deutschen Weines müssen gewahrt bleiben. Nach den Vorstellungen der EU-Kommission sollen in den nächsten Jahren 400.000 Hektar Anbaufläche für Wein stillgelegt werden. Da die EU-Reformvorschläge für die Winzer und die gesamte Weinbranche mit weitreichenden Konsequenzen verbunden sind, ist eine genaue Prüfung und Diskussion mit den Betroffenen dringend erforderlich.

Die von Minister Horst Seehofer in diesem Zusammenhang erneut erhobene Forderung nach einem Reinheitsgebot für Wein ist fragwürdig. Der Bundeslandwirtschaftsminister täuscht mit seinen Forderungen nach einem Reinheitsgebot die Öffentlichkeit.

Als FDP-Abgeordneter aus einer der führenden deutschen Weinbauregionen fühle ich mich der traditionsreichen Qualität württembergischen Weinbaus besonders verpflichtet. Es besteht ein Unterschied zwischen traditionellen Weinbauverfahren und der völligen Neukonzeption industriell produzierter Weine. Deshalb halte ich es für wichtig, dass der Verbraucher anhand einfach strukturierter Qualitätsprädikate erkennen kann, wie weit die önologischen Eingriffe, besonders in die Gärung und den Ausbau des Weines, gehen.

Leider wurde aus der Antwort auf eine Kleine Anfrage der FDP nicht deutlich, welche Weinbaupolitik die Bundesregierung verfolgt. Wer wie Minister Seehofer deutsche Weine als ?Ramschwein? und ?Limonaden? bezeichnet, beleidigt die Leistung der deutschen Winzer. Jetzt müssen wir darauf im Dialog mit den Winzern und den Verbrauchern darauf achten, dass diese nicht auch durch die Weinmarkt-Reform der EU noch mehr zu Leidtragenden der konzeptlosen Weinbau-Politik der Bundesregierung werden.