Wolff: Einbürgerung systematisch gestalten

Zur Diskussion um den bundeseinheitlich Einbürgerungstest erklärt der Sprecher der FDP-Bundestagsfraktion für Ausländerrecht Hartfrid Wolff:

Einbürgerung in die Bundesrepublik Deutschland muß bundeseinheitlich klar geregelt sein. Zudem ist es grundsätzlich richtig, Wissen über Deutschland vor einer Einbürgerung zu überprüfen.

Den Dialog über deutsche Geschichte und Werte zu führen, begrüße ich nachdrücklich. Allerdings ist niemandem damit gedient, wenn ein Einbürgerungswilliger dreihundert Fragen und Antworten auswendig lernt. Notwendig ist eine umfassende Auseinandersetzung mit der freiheitlich-demokratischen Grundordnung und ihren kulturellen und geschichtlichen Hintergründen. Diese kann nur in einem ernsthaften Integrationsprozeß erworben werden. Auch das Beherrschen der deutschen Sprache ist unverzichtbar.

Die FDP fordert einen systematisch gestalteten Integrationsprozeß, an dessen Abschluß ein feierlicher Einbürgerungsakt mit einem öffentlichen Bekenntnis zur freiheitlich-demokratischen Grundordnung der Bundesrepublik Deutschland steht. Es entspricht liberaler Staatsauffassung, den Beitritt zum „Gesellschaftsvertrag“ für beide Seiten, Mehrheitsgesellschaft und Zuwanderer, bewußt zu machen und die freiheitliche Werteordnung unserer Gesellschaft mit ihren Pflichten nachdrücklich zu betonen.