Wolff: Bilanzrechtsmodernisierung bedroht Mittelstand

Zur heutigen Kabinettsberatung des Bilanzrechts-Modernisierungsgesetzes erklärt der Wirtschaftsrechtsexperte der FDP-Bundestagsfraktion und Bezirksvorsitzende der FDP Region Stuttgart Hartfrid Wolff:

Das neue Bilanzrechts-Modernisierungsgesetz bedroht den Mittelstand mit neuen bürokratischen Lasten und Steuern. Es stimmt nicht, wenn die Bundesjustizministerin behauptet, für bestimmte mittelständische Betriebe falle die Bilanzierungspflicht fort und das bedeute eine Entlastung. Denn diese betriebe müssen dennoch für steuerliche und betriebliche zwecke nach wie vor eine Bilanz erstellen. Eine wirkliche Entlastung findet nicht statt. Dagegen belastet der Entwurf des Bilanzrechts-Modernisierungsgesetzes die Wirtschaft mit zahlreichen neuen Aufgaben in der Bilanzierung.

Der Versuch, internationale Bilanzierungs-Standards 1:1 in deutsches Recht umzusetzen, ist daher problematisch. Internationale Bilanzierungsstandards (IFRS) werden zwar für die Wirtschaft in Deutschland immer wichtiger. Der Großteil deutscher Unternehmen besteht aber aus mittelständischen, nicht-kapitalmarktorientierten Unternehmen. Nur 8 Prozent bilanzieren nach IFRS. Die Internationalen Bilanzierungsstandards sind in der derzeitigen Form für die meisten mittelständischen Unternehmen nicht geeignet.

Deshalb ist es von entscheidender Bedeutung, daß das Bilanzrechtsmodernisierungsgesetz dem in besonders hohem Maße mittelständisch geprägten Wirtschaftsleben Deutschlands gerecht wird. Hier besteht noch erheblicher Nachbesserungsbedarf.