Wirtschaftsminister Pfister: ?Tagestourismus ist bedeutender Wirtschaftsfaktor ? Chancen nutzen?

?Der Tagestourismus gewinnt für das Land Baden-Württemberg immer mehr an Bedeutung und ist ein entscheidender Wirtschaftsfaktor?, sagte der Wirtschafts-minister und Präsident des Tourismusverbandes Baden-Württemberg, Ernst Pfister, heute anlässlich des Fachkongresses ?Tourismustag Baden-Württemberg?, der im Rahmen der Reisemesse CMT in Stuttgart stattfand. Auf dem diesjährigen Tourismustag beschäftigte sich ein Fachpublikum von über 800 Teilnehmern mit der Frage, welches Potenzial der Tagestourismus in Baden-Württemberg berge und wie man dieses Potenzial für das Land nutzen könne.

Für Baden-Württembergs Wirtschaftsminister Pfister ist die Tourismusbranche einer der Hauptpfeiler der Wirtschaft. Den größten Beitrag dazu leiste der Tages-tourismus, sagte er in seiner Eröffnungsrede. Die Zahlen belegten deutlich: Mit einem Bruttoumsatz von über 10 Milliarden Euro im Jahr 2005 sei der Tagestou-rismus mit Abstand das quantitativ größte Segment im baden-württembergischen Tourismus. Und mit über 407 Millionen Tagesgästen nehme Baden-Württemberg hinter Nordrhein-Westfalen und Bayern den dritten Platz unter den Bundeslän-dern ein.

Im Rahmen des Kongresses zog Pfister auch Bilanz über das abgelaufene Tou-rismusjahr 2006: Von Januar bis Oktober 2006 seien die Gästeankünfte im Land um 2,6 Prozent und die Zahl der Übernachtungen um 0,4 Prozent gestiegen. Erfreulich sei hierbei vor allem der deutlich gestiegene Ausländeranteil, stellte der Wirtschaftsminister fest. Dies sei zu einem guten Teil auf das großartige Fest der Fußballweltmeisterschaft zurückzuführen. Im Austragungsmonat Juni sei die Zahl der ausländischen Gäste um 24,7 Prozent und ihre Übernachtungen um 28,7 Prozent gestiegen. Das Hotel- und Gaststättengewerbe hätte zu den Hauptnutznießern der Fußballweltmeisterschaft gezählt und werde auch zukünf-tig vom Tagestourismus profitieren, war sich Pfister sicher. Dies sei deshalb be-sonders erfreulich, da diese Branche in den letzten Jahren sehr unter der Kon-sumzurückhaltung der Verbraucher gelitten habe.

Ein ganz besonderes Highlight des Tourismusstandortes Baden-Württemberg sei, so der Minister, seine große Vielfalt an ausgezeichneter Sternegastronomie. Im aktuellen Guide Michelin 2007 seien insgesamt 56 baden-württembergische Restaurants mit insgesamt 61 Sternen bewertet. Das Land Baden-Württemberg vereine damit über 27 Prozent der ausgezeichneten Restaurants und über 26 Prozent der bundesweit vergebenen Sterne auf sich.

Als weiteres bedeutendes Standbein der Tourismuswirtschaft bezeichnete Pfister die baden-württembergischen Heilbäder und Kurorte: Kein anderes Bundesland habe mehr davon aufzuweisen als Baden-Württemberg mit seinen 57 höher prä-dikatisierten Kommunen. Nach einer Untersuchung des Deutschen Wirtschafts-wissenschaftlichen Instituts für Fremdenverkehr e.V. an der Universität München, die der Heilbäderverband mit Unterstützung des Wirtschaftsministeriums in Auf-trag gegeben hat, gebe es in den Heilbädern und Kurorten 12 Millionen gewerb-liche Übernachtungen. Zähle man noch die Privatmieter, Campinggäste und die Verwandtenbesuche hinzu, komme man auf rund 20 Millionen Übernachtungen.

Auch im Bereich des Kur- und Heilbäderwesens käme dem Tagestourismus mit 51 Millionen Tagesreisen und einem Bruttoumsatz von 1,3 Milliarden Euro eine beachtliche Größenordnung zu, so Pfister weiter. „Bei den Gästeankunftszahlen in den Heilbädern und Kurorten liegen wir mit + 0,7 Prozent von Januar bis Ok-tober leicht im Plus, während die Übernachtungszahlen im selben Zeitraum um 2,2 Prozent zurückgegangen sind“, bedauerte Pfister die leicht gesunkene Ver-weildauer der Gäste. Erfreulich sei jedoch auch hier der gestiegene Ausländeranteil, der bei den Gästeankünften 9,4 Prozent und bei den Übernachtungen 12,4 Prozent betrage.

„Wir wollen, dass unsere Gäste sich wohl fühlen und wiederkommen, egal ob als Tagesgast oder als Übernachtungsgast. Es gilt für alle Akteure, die unmittelbar oder mittelbar am Tagestourismus partizipieren, die Chancen die der Tagestou-rismus bietet, aufzugreifen, Angebote weiter zu entwickeln, um von diesem tou-ristischen Sektor zu profitieren“, sagte der Minister zusammenfassend.

Zuletzt wies der Wirtschaftsminister auch auf die Bedeutung des Hotel- und Gaststättengewerbes als Ausbilder für qualifiziertes Fachpersonal hin und lobte seine Ausbildungsbereitschaft. Mehr als 11.500 Ausbildungsverhältnisse in der Branche – zu der auch das Reiseverkehrs- und Transportgewerbe zählt – und damit 4 Prozent mehr als im Jahr 2005 und sogar 12 Prozent mehr im Vergleich zum Jahr 2003, seien ein wichtiger Beitrag zu einem der dringendsten Probleme unserer Zeit: der Versorgung der ausbildungswilligen Jugendlichen mit einer Lehrstelle.

Der Tourismustag Baden-Württemberg, der jährlich im Rahmen der Touristik-messe CMT auf dem Stuttgarter Killesberg stattfindet, ist der größte touristische Fachkongress im Land. In diesem Jahr fand er letztmalig in den Räumen der Stuttgarter Messe auf dem Killesberg statt. Die CMT und damit auch der Tou-rismustag 2008 würden künftig in größerem Rahmen in der neuen Landesmesse Stuttgart auf den Fildern stattfinden, kündigte Pfister an. Gerade die CMT mache alljährlich zu Jahresbeginn deutlich, so der Minister, dass die alte Messe auf dem Killesberg den Anforderungen nicht mehr genüge.