Wirtschaftsminister Ernst Pfister gegen Mehrwertsteuererhöhung:

Der baden-württembergische Wirtschaftsminister und stellvertretende Ministerpräsident, Ernst Pfister, widerspricht Finanzminister Stratthaus, der eine höhere Mehrwertsteuer ins Gespräch gebracht hat.

Pfister: ?Eine höhere Mehrwertsteuer wäre absolutes Gift für die Konjunktur. Seit Jahren leidet Deutschland an einer ausgeprägten Konsumschwäche. Jahr für Jahr ist der private Verbrauch zurückgegangen. Der Einzelhandel kann ein Lied davon singen. Jetzt auch noch eine höhere Konsumsteuer ins Spiel zu bringen, ist völlig falsch und würde auch den arbeitsintensiven Dienstleistern wie zum Beispiel dem Handwerk weiteren Schaden zufügen.?

Pfister forderte stattdessen eine grundlegende Steuerreform, die zu einer deutlichen Entlastung der Steuerzahler und zu einer umfassenden Steuervereinfachung führt. Pfister wies daraufhin, dass die deutschen Unternehmen in der Europäischen Union mit 36 % die höchste effektive Steuerlast zu tragen hätten. Die westeuropäische Konkurrenz liege bei durchschnittlich 27 % und die osteuropäischen Beitrittsländer lägen sogar nur bei 19 %. Zudem gelte Deutschland in internationaler Sicht als das Land mit dem kompliziertesten Steuerrecht. Das Weltwirtschaftsforum würde das deutsche Steuerrecht als das schlechteste aller untersuchten 102 Staaten bewerten.
Finanziert werden könne die Steuerreform durch den Abbau von Steuervergünstigungen und sonstigen Subventionen, durch Privatisierungserlöse und Selbstfinanzierungseffekte auf Grund eines höheren Wirtschaftswachstums. Die Subventionen würden derzeit in Deutschland über 100 Mrd. € betragen und das Privatisierungspotenzial läge auch bei weit über 100 Mrd. €.