?Wirtschaft braucht Neubaustrecke Stuttgart ? Ulm und Stuttgart 21 bald und nicht erst in ferner Zukunft?

Der baden-württembergische Wirtschaftsminister Ernst Pfister forderte gestern in Stuttgart den Bund auf, die ?Hängepartie um Stuttgart 21 zu beenden?. ?Stuttgart 21 und die Neubaustrecke Wendlingen-Ulm sind von allergrößter Bedeutung für die Einbindung des Landes in das europäische Hochgeschwindigkeitsschienennetz und damit für die Standortqualität und die Zukunftsfähigkeit des Landes?. Die Magistrale für Europa sei von wirtschaftlicher und kultureller Bedeutung. Seit mehr als zwölf Jahren werde über Stuttgart 21 diskutiert und gestritten. ?Die exportorientierte Wirtschaft unseres Landes jedoch braucht die Neubaustrecke nach Ulm mit Stuttgart 21 bald und nicht erst in ferner Zukunft?, so der Minister.

Die Geschlossenheit, mit der die Wirtschaft hinter dem Projekt stehe, mache ganz deutlich, welch hohen Stellenwert das Neubauprojekt für sie besitzt. Sie könne in Zukunft ihr volles Potenzial nicht mehr entfalten, wenn sie durch Engpässe in den Verkehrsnetzen gelähmt werde und nur mangelhaft in transnationale Netze eingebunden sei.

„Die Neubaustrecke Stuttgart-Ulm und Stuttgart 21 stellen nicht nur ein baden-württembergisches, sondern auch ein deutsches und europäisches Anliegen dar. Die Europäische Kommission hat deutlich gemacht, dass sie bereit ist, die Projekte im Rahmen des EU-Förderprogramms für die transeuropäischen Netze in den Jahren 2007 bis 2013 zu fördern. Voraussetzung dafür ist, dass der Bund grünes Licht gibt. Für einen fristgerechten EU-Förderantrag ist eine Entscheidung jetzt wichtig. „Für mich als Wirtschaftsminister, der auch für die Landes-, Regional- und Stadtentwicklung sowie für den Tourismus in unserem Land zuständig ist, sind die beiden Projekte alternativlos“, so Ernst Pfister.

In Zukunft komme auch der Vernetzung der einzelnen Verkehrsträger eine immer größere Bedeutung zu. Die Anbindung an den Flughafen und die neue Messe sowie die Entzerrung im Schienengüterverkehr sind dabei weitere entscheidende Pluspunkte für den Neubau. Die Anbindung von Flughafen und Messe schafft Synergieeffekte und ist Symbol des modernen Wirtschaftsstandorts Baden-Württemberg. Insbesondere die internationale Verkehrsträgerverknüpfung Schiene/Luft/Straße sei der Schlüssel zu einer EU-Förderung, erklärte der Minister.

Europa ist der größte Binnenmarkt der Welt. Es ist daher einer der Schwer-punkte der EU-Ratspräsidentschaft, das Potenzial dieses Marktes für mehr Wachstum und die Schaffung neuer Arbeitsplätze zu nutzen. „Gerade während der EU-Ratspräsidentschaft könnte der Bund unter Beweis stellen, welche Bedeutung er den transeuropäischen Netzen und damit der Verbesserung des wirtschaftlichen und sozialen Zusammenhalts der Gemeinschaft beimisst. Ich bin optimistisch, dass sich der Bund zugunsten dieser ehrgeizigen Verkehrsprojekte entscheidet“, erklärte der Wirtschaftsminister.