?Wir können stolz darauf sein, was wir in diesem Land erreicht haben?

Seit der junge Friedrich Schiller Mannheim als ersten Ort seiner Flucht in die Freiheit wählte, ist bekannt, dass die Kurpfalz freiheitliche Luft atmet. Daher ist Mannheim auch ein hervorragender Ort für die Liberalen im Wahlkampf. Am Montag Abend konnte die FDP mehr als 500 Gäste im Musensaal des Rosengartens begrüßen, die alle gekommen waren, um die Inhalte und Aussagen der Liberalen im entscheidenden Landtagswahlkampf zu hören.

Begrüßt wurden die vielen Gäste von Bundesminister Dirk Niebel. Dieser verband die Begrüßung mit einigen Worten zu seinem Tätigkeitsbereich. Er machte klar, dass Entwicklungspolitik heute weit mehr bedeutet als die Vergabe von Almosen. „Von Anfang an hieß das Ministerium auch Ministerium für Wirtschaftliche Zusammenarbeit. Nur dass es als solches kaum geführt wurde“, so Niebel und führte aus: „wir sehen unsere Aufgabe neben humanitärer Hilfe auch und vor allem darin, Menschen langfristig zu helfen und wirtschaftlich wieder auf die Beine zu bringen.“
Es sei Aufgabe und Auffassung der Liberalen, dass die Menschen zuerst Eigenverantwortung bekommen müssten. Daraus resultierten Wohlstand und Lebenschancen, in Deutschland und in der Welt.

Diesen Ball nahm der Spitzenkandidat zur Landtagswahl, Justizminister Ulrich Goll, auf, als er den Menschen verdeutlichte, für was die FDP steht. „Wir sind gegen einen Staat, der alles regelt“, machte Goll gleich zu Beginn mit einigen Beispielen klar. Liberal sei es, den Menschen auch etwas zuzutrauen. Und die FDP sei die einzige Partei, die für die Menschen auf diese Weise einsteht. Dies sei Bereits in der Bildung deutlich, wo es auf den einzelnen ankomme und nicht auf eine Gleichmacherei der Ergebnisse. „Alleine die Verhinderung der von rot uns grün geforderten Einheitsschule wäre schon Grund genug, die FDP zu wählen“, so Goll. Er machte deutlich, dass die FDP eine aufgeschlossene Gesellschaft wolle. „Wir wollen, dass die Menschen ihr Schicksal selbst in die Hand nehmen können“, führte er aus.
Im Hinblick auf das 125-jährige Jubiläumsjahr der Erfindung der Automobils wies er auf die Erfolgsgeschichte des Autos hin. Diesem stehe bei erfolgreichen Rahmenbedingungen auch eine erfolgreiche Zukunft bevor. Die Grünen sprächen von „Altindustrie“, wenn sie die Automobilindustrie in Baden-Württemberg meinten. Die Pläne, diese „abzuzwickeln“, wie es die Grünen forderten, seien im Interesse des Landes zu verhindern.

Die beiden liberalen Kandidaten für die Landtagswahl in Mannheim, Oguzhan Genis und Florian Kußmann, standen in einer Talkrunde Rede und Antwort. Beide machten deutlich, dass sie aus der mitte der Gesellschaft kommen und den Wahlkampf als Angebot und Chance für Mannheim ansehen. Es sei dringend nötig, so beide Kandidaten, den Menschen Chancen und Mut zur Verantwortung zu machen: in der Wirtschaft, in der Familie und in der Gesellschaft.

Die FDP-Landesvorsitzende Birgit Homburger machte klar, warum die Wirtschaft in Baden-Württemberg ein verlässlicher Partner sei. Gerade der Mittelstand, der den großen teil der Arbeits- und Ausbildungsplätze stellt, könne auf die FDP zählen. Dabei sei es bemerkenswert, wenn die Grünen von einer notwendigen „ökologischen Lenkung“ sprächen und den Betrieben vorschreiben wollten, was sie herzustellen haben. „Das Konzept der Planwirtschaft ist in Deutschland vor zwanzig Jahren gründlich schief gegangen. Es wird auch nicht besser, wenn es nicht durch das Politbüro, sondern durch die Grünen geplant wird“, so Homburger in ihrer kämpferischen Rede. Der Wohlstand der dadurch erwirtschaftet werde, diene allen.  Das bemerke man gerade beim Thema Infrastruktur. Birgit Homburger machte deutlich, dass es nicht nur die Verkehrsfrage beträfe, sondern auch Bereiche wie die Breitband-Datenversorgung. „Das ist teilhabe für die Menschen und deshalb wollen wir dieses auch in der nächsten Regierung zu einem wichtigen Punkt machen“, so die Landesvorsitzende.

Außenminister Guido Westerwelle führte den Zuhörerinnen und Zuhörern vor Augen, wie groß die Verantwortung Deutschlands in der Welt sei. Durch die Jahre hätten die Menschen in Deutschland den großen Wohlstand durch eigene Kraft erwirtschaftet. „Wir können stolz auf das sein, was wir in diesem land erreicht haben“, so der Bundesvorsitzende. Die Welt sei allerdings in großer Veränderung begriffen. Staaten, die vor Jahrzehnten noch zu den Entwicklungsländern gezählt hätten, seien heute im Aufstieg begriffen und zählten zu den großen Industrienationen. Wer diesen Wechsel als Bedrohung begreife, hänge schnell ab. „Wir müssen es endlich schaffen, auch Mehrheiten Dafür zu gewinnen. Es kann nicht sein, dass das Motto in Deutschland lautet: Ob Sonne oder Regen, wir sind auf jeden fall dagegen.“ Diese Aufgeschlossenheit vertrete in Deutschland alleine die FDP, die wisse, dass man den Menschen fürs Leben eine Perspektive geben müsste. Er führte als Beispiele die Änderungen bei den Sozialhilfeberechnungen an, die die FDP durchgesetzt hat. Deutlich bemerkbar sei dies bei der Ausweitung der Schonvermögen. Hier sei es die FDP gewesen, die durchgesetzt habe, dass die Vorsorge stärker mit angerechnet werde. „Lebensleistung soll sich bei uns lohnen und wer vorgesorgt hat, muss auch etwas davon behalten dürfen“, so der FDP-Bundesvorsitzende.