Volles Haus bei den Liberalen

Von wegen: Der Landtagswahlkampf stößt nicht auf Interesse.
Über 200 Leute konnten am gestrigen Montag Abend von den Liberalen in der Konstanzer Wollmatinger-Halle begrüßt werden. Und das Programm begann pünktlich mit dem Spitzenmann der Liberalen zur Landtagswahl: Mit dem Justizminister Prof. Dr. Ulrich Goll, der genau die richtige Mischung aus sachlicher Information über die Aufgaben und Herausforderungen einer liberalen Rechtsstaatspolitik und Einblicken in das Regierungsleben eines Bundeslandes, in dem zwar viel gut, aber besser erst durch die Liberalen läuft. Das war ein guter Auftakt zum Interview, das mit der Konstanzer Kandidatin Isabel Fezer geführt werden konnte. Aus ihr sprach die Liebe zu ihrer Heimat am Bodensee und die Erfahrungen als langjährige Radolfzeller Bürgermeisterin und Rechtsanwältin gleichermaßen: Eine engagierte Frau, die mitten im Berufsleben steht und die Sorgen und Nöte der Bürgerinnen und Bürger aus der täglichen Praxis kennt wird die liberale Landespolitik weiter stärken.
Mit weiblicher Stärke ging es weiter und der Abend war natürlich ein Heimspiel für die Landesvorsitzende der Liberalen in Baden-Württemberg und Konstanzer Bundestagsabgeordnete, Birgit Homburger. Kämpferisch, willensstark und engagiert für die Belange der Leute in Stadt und Land ? so kennt man sie. An zahlreichen Beispielen zeigte sie, wie wichtig gerade die Politik der Liberalen in den Zeiten ist, in denen eine große Elefantenhochzeit in Berlin die Belange der vielen Bürger in Baden-Württemberg übergeht und niederwalzt, die mit ihrem Engagement in Familie und Beruf für andere Verantwortung übernehmen und nicht vom Staat herumgeführt werden wollen.
Nach so viel Kampfgeist war es der Fraktionsvorsitzende der FDP im Deutschen Bundestag, Dr. Wolfgang Gerhardt, der den Abend angemessen ausklingen ließ. Gerhardt vereinte die Sicht des erfahrenen Bundespolitikers mit der Sicht des Politikers aus Hessen, der weiß, was im Falle einer absoluten Mehrheit passiert. Und diese Angst vor dem schwarzen Keller teilt er mit dem Ministerpräsidenten, der noch am Nachmittag der FDP ein Koalitionsangebot auch im Falle einer absoluten Mehrheit gemacht hat. Ein durchsichtiges Manöver, das jedoch ein theoretisches Angebot bleiben wird, wie der vollbesetzte Saal der Liberalen gezeigt hat.