Theurer: Unfallsichere Kühlmittel noch nicht serienreif – Neue Erkenntnisse zum Streit Kommission vs. Deutschland

Zum Streit um CO2-freundlichere Kältemittel erklärt der FDP-Landesvorsitzende und Präsidiumsmitglied im FDP-Bundesvorstand Michael Theurer MdEP:

Neue Erkenntnisse sprechen für die deutsche Position. Nach einem Briefwechsel mit dem zuständigen EU-Kommissar Antonio Tajani bekräftige ich, dass das Vertragsverletzungsverfahren gegen Deutschland zu früh kommt. Die Kommission sollte die besonders von Daimler vorgebrachten Argumente eingehend prüfen, danach könnte sie weitere Schritte in Erwägung ziehen.

Tajani hatte erklärt, dass die Gemeinsame Forschungsstelle der Kommission (JRC) die verschiedenen Kühlverfahren noch einmal eingehend prüfe. Laut eines Zwischenberichts sehe das JRC mögliche technische Lösungen, die die Risiken der neuen Kühlmittel vermeiden, auf die Daimler hingewiesen habe – hohe Explosivität im Falle eines Unfalls sowie dabei möglicher Austritt hochätzender Säure. Tajani verweist darauf, dass das von Daimler monierte Kältemittel R1234yf nicht die einzige Alternative zu den nun verbotenen, herkömmlichen Kältemitteln darstelle.

De facto ist die EU-Verordnung jedoch auf eben dieses Kältemittel zugeschnitten; die von Tajani angesprochenen Alternativen sind noch nicht serienreif. Deshalb sollte den europäischen Autobauern eine Übergangszeit gewährt werden, bis die Alternativen serienreif und unfallsicher sind.

Zudem belegen neue Erkenntnisse der Deutschen Umwelthilfe (DUH) noch einmal die Gefährlichkeit des Kältemittels R1234yf. Nach eingehenden Crashtest-Studien hat die DUH festgestellt, dass bei Unfällen hochätzende Flusssäure verbunden mit hoher Explosionsgefahr entstehen kann.