Theurer: Jetzt – Stärken stärken

Zur aktuellen Debatte über die baden-württembergischen Mittel aus den EU-Strukturfonds erklärt der FDP-Landesvorsitzende und Präsidiumsmitglied im FDP-Bundesvorstand, Michael Theurer MdEP:

Es ist ein gutes Zeichen für Baden-Württemberg, wenn jetzt die EU-Strukturfonds erhöht werden und wirklich erfreulich. Das heißt aber keinesfalls, dass sich die Landesregierung auf der Unterstützung durch Brüssel ausruhen sollte. Baden-Württemberg kann mehr und hat mehr verdient. Denn mehr Geld allein ist noch keine Garantie für eine bessere Politik. Aus Sicht der FDP kommt es darauf an, die Mittel an der richtigen Stelle einzusetzen. Die Landesregierung sollte die Unterstützung konsequent nutzen, um die Stärken von Baden-Württemberg zu stärken. Der Fokus muss auf Technologie-Transfer und Informationstechnologie, Forschung, Existenzgründung und europäische Kooperationen wie zum Beispiel am Oberrhein, bei der Bodenseekonferenz und bei der Donauraum-Strategie gelegt werden.

Unser Mittelstand würde enorm profitieren, wenn die Landesregierung zudem weniger ideologische Hürden aufbauen und stattdessen Bürokratie abbauen würde. Gerade die Kritik aus der Wirtschaft in Baden-Württemberg sollte Ministerpräsident Kretschmann ernst nehmen und beispielsweise Defizite im Bildungsbereich abbauen. Die angestrebte 50%-ige Akademikerquote ist hier eines der Beispiele für eine fehlgeleitete ideologiegetriebene Politik von Grün-Rot. Diese Quote führt zu nichts und hilft nicht den Fachkräftebedarf in Baden-Württemberg zu decken. Weithin anerkannte Berufsausbildungen, die fundierte Kenntnisse wie praktische Fertigkeiten vermitteln, erfahren durch die Akademisierung zu Unrecht eine Entwertung. Der hiermit einher gehenden Zerstörung von reellen Berufschancen gilt es vorzubeugen. Die Stärke von Baden-Württemberg liegt im Handwerk und im Mittelstand, für diese sollte sich die Landesregierung stark machen. Die duale Ausbildung muss gesichert werden.