Theurer: Griechenland braucht konsequenten Reformkurs zur Wiederbelebung der Konjunktur

Auch das dritte Hilfspaket droht ohne tiefgreifende und nachhaltige Wirtschaftsreformen zu verpuffen. Mit den neuen Hilfen kaufen wir uns wieder einmal Zeit, die wir nun aber auch dringend nutzen sollten für eine konstruktive und weitsichtige Reformstrategie nicht nur für die Wiederbelebung der griechischen Konjunktur, sondern auch für die geopolitische Sicherheit der gesamten Region. Ich rufe die EU-Kommission dazu auf, im Rahmen der Taskforce für Griechenland bei der Unterstützung des Reformprogramms den Fokus noch mehr auf Kleine und Mittlere Unternehmen zu richten, dem mit Abstand wichtigsten Jobmotor. Außerdem müssen sich Bevölkerung und Politik endlich mit dem Reformkurs stärker als bisher auch identifizieren. Reformen können nur dann Früchte tragen, wenn sie sich vor Ort zu Eigen gemacht und konsequent umgesetzt werden. Auch für die Debatte in Deutschland schlage ich mehr Optimismus vor. Die derzeitige Untergangsstimmung ist kontraproduktiv. Wir haben eine Reihe von EU-Ländern erlebt von Irland bis Portugal, in denen Reformen zur Konjunkturankurbelung geführt haben. Auch Deutschland selbst galt vor den Reformen der Agenda 2010 als ‚kranker Mann Europas‘.

Griechenland braucht neben tragfähigen öffentlichen Finanzen und einem funktionierenden Staatssystem Strukturen für die Wiederbelebung der Volkswirtschaft mit Fokus auf dem Mittelstand – dann hat das Land auch eine Chance, und zwar innerhalb der EU ebenso wie der Währungsunion. Sowohl was die Euro-Zone anbelangt, als auch die südöstliche Gesamtregion, rufe ich zu einer tabulosen und gesamtheitlicheren Betrachtungsweise auf. (http://www.michaeltheurer.eu/2015/08/19/griechenland-braucht-konsequenten-reformkurs-zur-wiederbelebung-der-konjunktur/)