Baden-Württemberg ist auf ein exzellentes Bildungswesen angewiesen: Unser Wohlstand, die Lebenschancen eines jeden Einzelnen, die Stabilität von Sozialsystemen, Zukunftsperspektiven, Ideen und Innovationen hängen entscheidend von der Qualität unserer Bildung ab. Dieses Bildungssystem ist durch das Handeln und Nicht-Handeln in den vergangenen Jahren durch die grün-geführten Landesregierungen in jeder Vergleichsstudie eingebrochen. Baden-Württemberg muss den Anspruch haben, spitze zu sein. Weltbeste Bildung zu garantieren und ein Bildungssystem bereitzustellen, das in den Menschen die Freude, Bereitschaft und Befähigung fördert, Verantwortung für sich selbst und soziale Verantwortung zu übernehmen.

Was wir in den letzten Jahren allerdings feststellen müssen, ist, dass Bildungspolitik in Baden-Württemberg entweder Stiefmütterlich behandelt oder durch ideologisches radikal-Umkrempeln stark beschädigt wird. Das Ergebnis ist grassierender Unterrichtsausfall, Lehrermangel, eine Vernachlässigung der Realschulen und beruflichen Schulen, verfallende Infrastruktur und achsenzuckendes Hinnehmen von immer schlechteren Ergebnissen bei bundesweiten Studien zur Performance der Bildungssysteme.

Deswegen setzen wir uns ein für:

  • Unterrichtsausfall abschaffen und Lehrer fair behandeln: Wir wollen so viele unbefristete Stellen wie möglich sowie Beförderungsstellen schaffen – im Interesse sehr guter Arbeitsbedingungen für die Lehrer und zur Gewinnung der besten und fähigsten Köpfe für den Schuldienst. Der Beförderungsstau bei den Fachlehrern und Technischen Lehrkräften muss zügig abgebaut werden. Die leistungsfeindliche Zwangsarbeitslosigkeit zwischen Referendariat und Beginn des Lehrerberufs wollen wir abschaffen.
  • Lehrer sind keine Saisonarbeiter: Wir wollen die Zwangsarbeitslosigkeit befristet angestellter Lehrer in den Sommerferien abschaffen.
  • Die Sicherstellung von hoher Qualität bei der frühkindlichen Bildung und Betreuung! Das gelingt durch: Flächendeckende Umsetzung des Orientierungsplans für eine gute frühkindliche Bildung in Kindergärten und Gewährleistung der notwendigen Personalausstattung.
  • Mehr Wahlfreiheit der Eltern bei der frühkindlichen Bildung und Betreuung! Durch die Entwicklung eines Gutscheinmodells können Eltern selbst entscheiden, wie sie die Gutscheine einsetzen und wenn Tageseltern wie Kitas Investitionszuschüsse erhalten, fördert es ein vielfältigeres und durchgängig hochwertiges Angebot.
  • Den Erhalt eines leistungsorientierten und differenzierten Schulwesens! Die Einheitsschule lehnen wir ab. Denn: Wer das Leistungsprinzip aus der Schule verbannt, bereitet unsere Kinder nur höchstens mangelhaft aufs spätere Leben vor!
  • Die offene Ganztagsschule! Eltern und Kinder sollen selbst entscheiden dürfen, ob sie auf offene Nachmittagsangebote in der Schule zurückgreifen, oder die Kinder nur am Vormittag dort sind. Denn sie wissen selbst am besten, was für ihre Familie funktioniert.
  • Den Schutz des Gymnasiums! Wir sind gegen den Einheitsbildungsplan und die Niveauabsenkung des Abiturs. Wir stehen zu G8. Die Gymnasien sollen aber auch die Chance haben, die Stundentafel auf neun Jahre zu verteilen. Durch die Wiedereinführung von Grund- und Leistungskursen erlauben wir individuellere Schwerpunktsetzung der Schüler.
  • Den Erhalt der Realschule! Es darf unserer Meinung nach keinen Zwang zur Übernahme der Gemeinschaftsschulpädagogik wie beispielsweise eine Abschaffung von Noten und Sitzenbleiben für Realschulen geben. Außerdem sollen sie die Freiheit erhalten, zusätzlich zum Realschulabschluss auch einen Hauptschulabschluss anzubieten.
  • Eine berufspraktische Profilstärkung von Haupt- und Werkrealschulen! Das gelingt z. B. durch Kooperationen mit den beruflichen Schulen in der Klasse 10. Des Weiteren wurde die Not der Kommunen hinsichtlich der Existenz ihres Haupt-/ Werkrealschulstandorts erheblich durch die Abschaffung der verbindlichen Grundschulempfehlung verschärft und sie dürfte auch für die hohen Sitzenbleiberquoten an Gymnasien und Realschulen verantwortlich sein. Die Grundschulen brauchen deswegen mehr Personalmittel für die Elternberatung.
  • Die Wahlmöglichkeit für junge Menschen mit Behinderungen! Inklusionsangebote müssen geschaffen und verbessert werden – beispielsweise durch die verstärkte Aufnahme von Inklusionsinhalten in die allgemeine Lehrerausbildung. Gleichzeitig sollen aber auch die Sonder- und Förderschulen in bisheriger Qualität erhalten bleiben.
  • Fairen Wettbewerb unter den verschiedenen Schularten! Das heißt: Das finanzielle Bevorteilen der Gemeinschaftsschule ist zu beenden und für alle staatlichen Schulen müssen Landesressourcen bedarfsgerecht bereitgestellt werden!
  • Mehr Gestaltungsfreiheit für die Schulen, Schulträger und Bildungsregionen! Denn: Die Beteiligten vor Ort wissen selbst am besten, welches Bildungsangebot das Beste für ihre Schüler ist. Sie sollen ihr Personal im Regelfall selbst auswählen, zu einem früheren Zeitpunkt Einstellungszusagen geben und eigenständig Personalentwicklung betreiben können.
  • Den Bund in die Bildungsfinanzierung einbeziehen. Eine entscheidende Qualitätsverbesserung unseres Bildungssystems würde Länder und Kommunen allein überfordern. Unabhängig davon, ob hierzu das Kooperationsverbot gelockert wird oder die Länder vom Bund eine bessere Finanzausstattung zur Erfüllung ihrer wachsenden Bildungsaufgaben erhalten, wollen wir die Bildung in der Zuständigkeit der Länder belassen. Notwendig sind bundesweit einheitliche Standards, insbesondere bei den Schulabschlüssen oder bei der Lehrerbildung.
  • Eine auskömmliche Lehrerversorgung der Vorbereitungsklassen für Schüler ohne oder mit geringen Deutschkenntnissen sicherstellen. Dies gilt in gleicher Weise für die Zuschüsse an die Schulen in freier Trägerschaft. Das Erlernen der deutschen Sprache muss im Zentrum des integrationspolitischen Handelns stehen. Gleichzeitig gilt es, an einer späteren beruflichen Integration zu arbeiten
  • Digitale Kompetenzen vermitteln und digitale Lehrmethoden flächendeckend in den Unterricht bringen. Der selbstverständliche und kritische Umgang mit digitalen Medien muss fächerübergreifend vermittelt werden. Kommunikation per Video, digital erweiterte Realitäten und Interaktion in sozialen Netzwerken werden die Lebens- und Arbeitswelt von morgen prägen. Dies soll sich auch im Unterricht widerspiegeln. Informatikunterricht soll an allen weiterführenden Schularten eingeführt werden. Dafür müssen die Lehrkräfte entsprechend ausgebildet werden. Die Schulen müssen mit der notwendigen Soft- und Hardware ausgestattet werden.

 

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17. August 2018