Schwarzarbeiter sollen ihren Unfallschutz verlieren

Deutschland steckt in der Krise, aber ein Wirtschaftszweig boomt, als herrschten goldene Zeiten: die Schwarzarbeit. 350 Milliarden Euro werden dieses Jahr in der Schattenwirtschaft umgesetzt. Das sind rund 16,5 Prozent unserer gesamten Wirtschaftsleistung!

Und was passiert, wenn ein illegal Beschäftigter am Arbeitsplatz verunglückt? Kein Problem; denn er ist ganz legal unfallversichert!

Hintergrund: Die Berufsgenossenschaften, an die jedes Unternehmen Beiträge zahlt, müssen auch Schwarzarbeitern Unfallschutz gewähren. Jährliche Kosten laut Bundesvereinigung der deutschen Arbeitgeberverbände (BDA): 1,4 Milliarden Euro.

Schluss damit, fordern jetzt Arbeitgeber und FDP. Schwarzarbeiter dürfen keinen Unfallschutz mehr haben!

Arbeitgeberpräsident Dieter Hundt zu BILD am SONNTAG: „Ich halte es für einen Skandal, dass die Berufsgenossenschaften Leistungen in beträchtlichem Ausmaß an Schwarzarbeiter zahlen müssen. Diese Praxis bestraft legales und privilegiert illegales Verhalten nach dem Motto ‚Der Ehrliche ist der Dumme‘. Sie muss sofort gestoppt werden. Ich fordere die Bundesregierung auf, die Unfallversicherung durch eine Gesetzesänderung von der Leistungspflicht an Schwarzarbeiter zu befreien.“

Auch der stellvertretende FDP-Vorsitzende und Wirtschaftsminister von Baden-Württemberg, Walter Döring, will den Unfallschutz in der Schattenwirtschaft abschaffen: „Schwarzarbeiter müssen den gesetzlichen Unfallschutz verlieren. Diejenigen, die an der Steuer vorbeiarbeiten, sollen allein die Konsequenzen und die Kosten für eine Behandlung tragen.“ Wer wissentlich gegen Gesetze verstoße, könne sich nicht auf die Hilfe der Allgemeinheit verlassen.

Döring zu BamS: „Unter der Schwarzarbeit leiden Unternehmen, die ihre Beiträge bei der Berufsgenossenschaft zahlen. Es ist eine schreiende Ungerechtigkeit, wenn sich Schwarzarbeiter auch noch aus der Unfallversicherung bedienen können.“