Reinhold-Maier-Medaille für EU-Wettbewerbskommissarin

(Stuttgart) ?Für ihren Einsatz für umfassende Freiheit und offene Gesellschaft in einer gelebten Demokratie? ? mit diesen Worten ehrte die Landesvorsitzende der FDP Baden-Württemberg, Birgit Homburger, die EU-Wettbewerbskommissarin Neelie Kroes, die am heutigen Samstag in Stuttgart mit der Reinhold-Maier-Medaille ausgezeichnet wurde.
Die 66-jährige Niederländerin aus der liberalen Partei ?VVD? ist seit 2004 Wettbewerbskommissarin in der Europäischen Union und begann ihre Laufbahn als Stadträtin in Rotterdam und war Abgeordnete in der Zweiten Kammer des niederländischen Parlaments. Als zuständige Ministerin war sie verantwortlich für die Privatisierung von Bahn und Telekommunikation. Sie ist eng verbunden mit der Frauenrechtlerin Ayaan Hirsi Ali, die sich gegen die Unterdrückung von Frauen und gegen den fanatischen Islam einsetzt.

Birgit Homburger würdigte in Ihrer Laudatio Neelie Kroes als ?Kämpferin für den umfassenden liberalen Gedanken.?

Die Reinhold-Maier-Medaille wird jährlich vom Landesverband der FDP Baden-Württemberg, von der Landtagsfraktion der FDP/DVP und der Reinhold-Maier-Stiftung für besondere Verdienste für die liberale Idee verliehen.

In seiner Begrüßung wies der baden-württembergische Justizminister, stellvertretende Ministerpräsident und Vorsitzende der Reinhold-Maier-Stiftung, Ulrich Goll, auf die 30-jährige Tradition der liberalen Landesstiftung hin und ihre Verdienste in der politischen Bildung im Geiste des ersten baden-württembergischen Ministerpräsidenten Reinhold Maier hin, der ?Demokratie von unten? als maßgeblich für eine lebendige Demokratie bezeichnet habe.

Neelie Kroes beschrieb ihre Tätigkeit auf die Vorteile hin, die der freie Markt im Laufe der Jahrzehnte vielen Bürgern Europas gebracht habe. Der Kampf gegen Kartelle und Preisabsprache sei ein wesentlicher Bestandteil eines Marktes, der den Verbrauchern auch die beste Auswahl bei günstigen Preisen garantieren könne. Dies sei nur durch unermüdliche Wachsamkeit und kompromisslose Politik möglich. Es gäbe immer wieder Besterbungen, den Markt zu dominieren. Dazu zählt sie auch staatlicher Beihilfen, die zwar eine erste Stütze sein könnten, als Dauersubventionen jedoch falsche Prioritäten setzen würden und den Wettbewerb verzerrten.

Mit den Worten ?Wir Liberale machen Politik, dass die Menschen in zwanzig Jahren sagen können: Sie haben das Beste versucht und zum Glück das Meiste erreicht? schloss sie ihre Rede ab, die mehr als 300 Besucher in die ?Alte Reithalle? nach Stuttgart gezogen hatte.