Plus von 3,5 Prozent bei neu abgeschlossenen Ausbildungsverträgen

(Stuttgart) Die Zahl der neu abgeschlossenen Ausbildungsverträge in Baden-Württemberg ist im Vergleich zum Vorjahr um 3,5 Prozent gestiegen. Dies gab Baden-Württembergs Wirtschaftsminister und stellvertretender Ministerpräsident, Ernst Pfister, heute in Stuttgart bekannt. Nach der jetzt veröffentlichten amtlichen Statistik des Bundesinstituts für Berufsbildung wurden in Baden-Württemberg, bezogen auf den Stichtag 30. September, insgesamt 73.277 Ausbildungsverträge neu abgeschlossen. Dies sind fast 2.500 mehr als im vergangenen Jahr.

„Diese erfreuliche Entwicklung beweist, dass das Bündnis zur Stärkung der beruflichen Bildung in Baden-Württemberg bzw. der nationale Ausbildungspakt, Wirkung zeigen“, sagte Pfister.

Mit einer Steigerung von 3,5 Prozent liegt Baden-Württemberg deutlich über dem Bundesdurchschnitt von 2,8 Prozent. Bezogen auf die einzelnen Ausbildungsbereiche konnte vor allem das Handwerk überproportional zulegen. Hier stieg die Zahl der neu abgeschlossenen Verträge um 5,4 Prozent gegenüber dem Vorjahreswert auf 21.478. Die Zunahme im IHK-Bereich, dem mit Abstand größten Ausbildungsbereich, entspricht genau dem Landesdurchschnitt. Hier wurden 41.404 Ausbildungsverträge neu abgeschlossen. Positiv verlief auch die Entwicklung im Ausbildungsbereich Öffentlicher Dienst mit einer Zunahme von 3,6 Prozent. Recht hohe Steigerungsraten hatten die relativ kleinen Ausbildungsbereiche Landwirtschaft (+ 8,4 Prozent) und Hauswirtschaft (+ 16,8 Prozent) zu verzeichnen.

Lediglich im Bereich der Freien Berufe war die Entwicklung rückläufig. Hier wurden 6.099 Verträge neu abgeschlossen, was einem Rückgang von 5,1 Prozent gleichkommt.

Der Wirtschaftsminister dankte allen, die zum Gelingen dieses erfreulichen Ergebnisses beigetragen haben. Vor allem seien dies die Ausbildungsbetriebe gewesen, so Pfister. Sie hätten bewiesen, dass sie sich ihrer Verantwortung im Bereich der Berufsausbildung stellen und auch in einer wirtschaftlich eher schwierigen Zeit zur dualen Berufsausbildung stehen. Neben der Sicherung ihres eigenen Fachkräftenachwuchses würden sie auch die beruflichen Zukunftsperspektiven der jungen Generation nicht aus den Augen verlieren, sagte der Minister.

Auch den verschiedenen Partnern im Bereich der Berufsausbildung, insbesondere den Kammern und Verbänden der Wirtschaft und der Arbeitsverwaltung, sprach Pfister seinen Dank aus. Sie hätten sich im Rahmen des Bündnisses für Ausbildung weit über das normale Maß hinaus engagiert. Ohne dieses Engagement, so Pfister, wäre eine solche positive Lehrstellenbilanz für Baden-Württemberg nicht möglich gewesen.

Noch bis zum Jahresende würden die Nachvermittlungsaktionen der Arbeitsverwaltung und der Kammern laufen. So könnten noch immer unversorgte Jugendliche vor allem in so genannte Einstiegsqualifizierungsmaßnahmen in Form betrieblicher Praktika vermittelt werden. „Man kann also guten Gewissens behaupten, dass in Baden-Württemberg in diesem Jahr jeder Jugendliche, der ernsthaft daran interessiert war, einen Ausbildungsplatz oder eine andere Qualifizierungschance erhalten hat“, stellte der Minister fest.

Die Entwicklung des Lehrstellenmarktes sei sehr stark von der allgemeinen konjunkturellen Entwicklung abhängig, räumte Pfister ein. Vor diesem Hintergrund müssten auch für das kommende Jahr nachhaltige Anstrengungen unternommen werden, um wieder zu einer positiven Lehrstellenbilanz zu kommen. „Ich werde deshalb die Vertreter der Kammern und verschiedener Wirtschaftsverbände, die Gewerkschaften, die Regionaldirektion Baden-Württemberg der Bundesagentur für Arbeit, das Kultusministerium und das Sozialministerium sowie die kommunalen Spitzenverbände am 23. März 2005 zu einem weiteren Spitzentreffen zur Ausbildungssituation einladen, um über geeignete Maßnahmen im Hinblick auf das kommende Ausbildungsjahr zusprechen. Das diesjährige Ergebnis macht mir jedoch Mut, dass wir es auch im kommenden Jahr wieder schaffen werden.“