PISA-Resolution

Die FDP Baden-Württemberg begrüßt die durch die zweite PISA-Studie in Gang gekommene, dringend notwendige bildungspolitische Debatte. Sie hält es jedoch für fatal, dass die öffentliche Diskussion zur Zeit um Punkte kreist, die die Verbesserung und Erneuerung des deutschen Schulwesens um keinen Schritt voranbringen.

Der grundlegende Schaden des deutschen Bildungssystems ist die in 16 Varianten durchgespielte Zentralisierung, Reglementierung und Bürokratisie-rung der Schule, die als eine öffentliche Behörde und nicht als ein innovatives Unternehmen verstanden wird. Was bei überdimensionierten, jede schöpferi-sche Freiheit tötenden Lehrplänen anfängt, hört bei der genauen Regelung der Zahl der Klassenarbeiten noch nicht auf. Dieser administrative Überbau demotiviert nicht allein die Lehrer, sondern letzten Endes auch die Schüler. Die Quittung sind die unterdurchschnittlichen, beschämenden PISA-Ergebnisse, die sich auch nicht verbessern werden, sofern nur administrative Maßnahmen ergriffen werden.

?Entlassen wir unser Bildungssystem in die Freiheit?, hat der damalige Bun-despräsident Roman Herzog in seiner ?Berliner Rede? vom 5. November 1997(!) verlangt. Die FDP Baden-Württemberg fordert, dass mit diesem Anliegen nach sieben Jahren und nach zwei deprimierenden PISA-Studien endlich Ernst gemacht wird.

(Beschluss vom LFA Bildung und Wissenschaft vom 11.12.2004)