Pfister: „Betriebe im Land zeigen hohen Leistungswillen und Innovationsbereitschaft“

(München/Stuttgart) Baden-Württembergs Wirtschaftsminister und stellvertretender Ministerpräsident Ernst Pfister hat heute sich heute auf der 57. Internationalen Handwerksmesse (I.H.M.) in München über die aktuelle Situation der Handwerksunternehmen aus dem Land informiert. Im Rahmen seines Messerundgangs zeigte sich Pfister beeindruckt von der Angebotsbreite der auf der IHM vertretenen Handwerker. „Die hier vertretenen baden-württembergischen Handwerksbetriebe unterstreichen ihren Leistungswillen und ihre Innovationsbereitschaft“, sagte er.

Dennoch sei die wirtschaftliche Situation im Handwerk eher schwierig, bedauerte der Minister. Im Jahr 2004 seien die Umsätze und die Beschäftigung im baden-württembergischen Handwerk um 3 Prozent zurückgegangen. Nach den vorläufigen Zahlen sei auch in diesem Jahr mit noch keiner grundlegenden Änderung zu rechnen.

Trotz schlechter wirtschaftlicher Lage sei jedoch eine steigende Zahl von Handwerksbetrieben zu beobachten. Die Zunahme sei ein Resultat der novellierten Handwerksordnung, wonach die meisterpflichtigen Handwerksberufe von bislang 94 auf 41 reduziert wurden und Gesellen mit Berufs- und Leitungserfahrung sich auch in einem zulassungspflichtigen Handwerk ohne Meisterbrief selbstständig machen können, erläuterte der Minister.

„Die erhöhte Konkurrenzsituation im Handwerk macht die Situation für den einzelnen Betrieb nicht einfacher. Umso wichtiger ist es, dass die Meisterbetriebe konsequent ihre Qualitätsvorteile ausspielen und auf Know-how und Zuverlässigkeit setzen, dann kann die Neuregelung letztendlich auf eine Stärkung des Meisterbriefs hinauslaufen“, sagte Pfister. Es sei vor diesem Hintergrund absolut richtig, dass die Handwerkskammern in Baden-Württemberg intensiv für den Meisterbrief werben und konsequent ihr Weiterbildungsangebot ausweiten, um so die Qualität der handwerklichen Leistungen zu stärken.

Mit seinem Besuch auf der I.H.M., der vom Präsidenten des baden-württem-bergischen Handwerkstages, Klaus Hackert, dem Präsidenten der Handwerkskammer Stuttgart, Rainer Reichhold, und dem Ministerialdirektor im Wirtschaftsministerium, Friedrich Bullinger, begleitet wurde, möchte Pfister den engen Kontakt zum Handwerk und zum Mittelstand, sowie die Ausrichtung seiner Wirtschaftspolitik auf das Handwerk und die kleinen und mittleren Betriebe unterstreichen: „Gerade in Zeiten einer angespannten wirtschaftlichen Lage gilt es umso mehr auf das Potenzial der Handwerksbetriebe unseres Landes und ihre Leistungsfähigkeit hinzuweisen.“

Aktuell zählt Baden-Württemberg etwa 120.780 Handwerksbetriebe (Zunahme um 3,3 Prozent gegenüber dem Vorjahr). Diese beschäftigen rund 810.000 Mitarbeiter und 59.000 Auszubildende. Zusammen erwirtschafteten die Betriebe einen Umsatz von über 62 Milliarden Euro im vergangenen Jahr.

Die 57. I.H.M findet vom 10.- 16. 2004 in München statt. Sie gilt als die bedeutendste europäische Handwerksmesse und ist alljährlich im März Ausrüstungs- und Informationsplattform sowie branchenpolitisches Sprachrohr für Handwerk und Mittelstand. Nahezu alle Bereiche des Handwerks, seine Ausrüster und Zulieferer sind auf dieser Messe vertreten.