Pfister: Beschwerdestelle im Wirtschaftsministerium

(Stuttgart) Baden-Württembergs Wirtschaftsminister Ernst Pfister hat heute in Stuttgart den Startschuss für eine Beschwerdestelle für die mittelständischen Unternehmen und das Handwerk in Baden-Württemberg gegeben. Nach seiner Einschätzung leiden diese Unternehmen zunehmend unter der schlechten Zahlungsmoral von Bundes- und Landesbehörden sowie von Gemeinden. An die Beschwerdestelle können sich Unternehmen mit ihrer Kritik an der Zahlungsmoral wenden. ?Ich werde den Hinweisen der Betriebe nachgehen und ihre Anliegen an die betref-fenden Stellen weiterleiten?, kündigte Pfister an.

Die Beschwerdestelle ist beim w-punkt des Wirtschaftsministeriums (Wegweiser für die Wirtschaftsförderung des Landes Baden-Württemberg) angesiedelt. Betroffene Unternehmen können sich telefonisch oder schriftlich an den w-punkt wenden. (Tel: 01801 072004 -aus dem Festnetz der Deutschen Telekom zum Ortstarif-; Email: w-punkt@wm.bwl.de; www.w-punkt.de; Wirtschaftsministerium Baden-Württemberg, w-punkt, Theodor-Heuss-Str. 4, D-70174 Stuttgart.)

Nach einer Umfrage der deutschen Bauindustrie werde das Zahlungsziel von den Gemeinden um durchschnittlich 66 Tage, von den Ländern um 80 Tage und vom Bund sogar um 82 Tage überschritten, sagte der Minister. Durch die schlechte Zahlungsmoral der öffentlichen Auftraggeber würden vor allem Bauunternehmen in ernsthafte Liquiditätsprobleme geraten, da diese oft nur über eine dünne Eigenkapitaldecke verfügten. Mit einer Initiative im Ministerrat will der Wirtschaftsminister seine zuständigen Kollegen dazu auffordern, die Behörden im Land zu mehr Pünktlichkeit bei Zahlungen an Unternehmen anzuhalten. Er appellierte aber auch an die Bürgermeister, das Thema zur Chefsache zu machen und künftig für die zügige Begleichung der offenen Rechnungen zu sorgen. ?Staat und Gemeinden müssen hier Vorbild sein?, so Pfister. Ziel müsse sein, dass die Firmen spätestens 10 Tage nach Fälligkeit ihr Geld auf dem Konto haben.