Mögliche Regressforderungen an Entführungsopfer

(Stuttgart) Die sicherheitspolitische Sprecherin der FDP-Fraktion, Birgit Homburger, forderte die Bundesregierung auf, alle möglichen Regressforderungen gegenüber Osthoff geltend zu machen, sollte diese erneut aus einer Geiselhaft im Irak befreit werden müssen. „Wenn sich Frau Osthoff entgegen dem Rat der Bundesregierung und ohne Not erneut in Gefahr begibt, muss sie auch mit den Konsequenzen leben“, sagte Homburger der „Welt“. „Es kann nicht sein, dass die Allgemeinheit für die Dummheit einzelner zahlt. Das gilt für alle, die sich entgegen Warnungen in Gefahr begeben“, sagte Homburger.

„Frau Osthoff muss trotz aller Bedenken frei ihren Lebensmittelpunkt bestimmen können“, sagte zudem der außenpolitische Sprecher der FDP-Bundestagsfraktion, Werner Hoyer, dem „Handelsblatt“. Der deutsche Staat könne einem anderen keine Empfehlung geben, ob er die Reisefreiheit eines Deutschen einschränken solle. Trotzdem dürfe sich Osthoff nicht in Sicherheit wiegen, dass Deutschland für alles einspringe, fügte Hoyer hinzu. Osthoff habe aus seiner Sicht ihr Vertrauenskapital verbraucht.

Der FDP-Politiker forderte eine Präzisierung der Reisehinweise für Touristen in Risikogebiete. „Jedem muss bei einer Entführung klar sein: konsularische Hilfe ja, aber für Kosten wirst du in Haftung genommen, wenn du die Hinweise nicht befolgst“, sagte Hoyer.