?Mittelständische Wirtschaft und Handwerksunternehmen profitieren direkt von Außenwirtschaftsförderung des Landes?

Baden-Württembergs Wirtschaftsminister Ernst Pfister will die mittelständische Wirtschaft und Handwerksunternehmen noch stärker als bisher bei der Auslandsmarkterschließung unterstützen. ?Der Mittelstand bildet das Rückgrat der Wirtschaft unseres Landes. Doch gerade kleine und mittlere Unternehmen benötigen Unterstützung beim Einstieg und der Präsens auf wichtigen Auslandsmärkten. Wenn wir unseren Titel als ?Exportweltmeister? und damit Arbeitsplätze und Wohlstand sichern und ausbauen wollen, muss das Land weiterhin Geld in die Hand nehmen, um mittelständischen Unternehmen den oftmals steinigen Weg in neue Märkte zu ebnen.?

Minister Pfister wies darauf hin, dass das Wirtschaftsministerium mit Baden-Württemberg International (BWI) trotz der Haushaltskürzungen der letzten Jahre jährlich ca. 3,5 Mio. € für die Außenwirtschaftsförderung aufbringe, die vor allem in die spezifischen Förderprogramme und die Maßnahmen zur Unterstützung der Auslandsmarkterschließung fließen. Im neuen Doppelhaushalt 2007/2008 können diese Mittel nach den bisherigen Haushaltsbeschlüssen des Landtags sogar voraussichtlich leicht erhöht werden.

Mit BWI, die auch von den Wirtschaftsorganisationen und der L-Bank als Gesellschafter mitgetragen wird, steht in- und ausländischen Unternehmen, Hochschulen, Forschungseinrichtungen sowie Regionen und Kommunen ein zentraler Ansprechpartner zur Verfügung.

Pfister betonte, dass sich die Bündelung der Aufgabenfelder Auslandsmarkterschließung und zentrales Standortmarketing bei BWI, sowie die Ausweitung der Zuständigkeit auch auf die internationale Positionierung des Hochschul- und Forschungsstandortes und die Neuaufnahme der Gesellschafter, Industrie- und Handelskammertag, Handwerkstag und L-Bank ausgesprochen positiv bewährt haben. Das finanzielle Engagement des Landes, der L-Bank so-wie der Wirtschaftsorganisationen ermögliche es, Unternehmen ein umfassendes Angebot zur Vermittlung internationaler Geschäfts- und Kooperationspartner zu unterbreiten.

Der Vorsitzende der Geschäftsführung von BWI, Dr. Michael Hagenmeyer, erläuterte, dass allein im Jahr 2007 53 Markterschließungsmaßnahmen in über 30 Staaten geplant sind. Schwerpunkte der Maßnahmen liegen in Europa, den GUS-Staaten, dem Nahen und Mittleren Osten, im asiatisch-pazifischen Raum und in Nord- und Südamerika. Im Jahr 2006 so Dr. Hagenmeyer haben sich an den Markterschließungsmaßnahmen von BWI im In- und Ausland 1200 baden-württembergische und über 2000 ausländische Unternehmen mit großem Erfolg beteiligt.

Das jährlich neu aufgelegte Programm ermöglicht eine flexible Anpassung an die sich ständig ändernden wirtschaftlichen und wirtschaftspolitischen Voraussetzungen. Das aktuelle Veranstaltungsprogramm ist im Internet unter www.bw-i.de/Veranstaltungen abrufbar. Die BWI und ihr weltweites Netzwerk organisieren und betreuen vielfältige exportorientierte Veranstaltungen im In- und Ausland zur Kooperationsanbahnung und Absatzförderung von baden-württembergischen Unternehmen. Das Unterstützungsangebot reicht von Messebeteiligungen, Kooperationsbörsen, Technischen Symposien bis zu branchen- und technologiespezifischen Fachpräsentationen. In diesem Zusammenhang wies Minister Pfister auch auf die vom Baden-Württembergischen Handwerkstag und vom Rationalisierungs- und Innovationszentrum der Deutschen Wirtschaft – RKW durchgeführte Exportberatung hin, die vom Wirtschaftsministerium finanziell gefördert wird und jährlich hunderte von Unternehmen bei der Markterschließung im Ausland unterstützt. Die Auswahl der angebotenen Maßnahmen erfolgt in enger Abstimmung mit den Wirtschafts- und Brancheninstitutionen. Somit ist sichergestellt, so der Wirtschaftsminister, dass das Know-how der Wirtschaft in vollem Umfang in die Arbeit der Wirtschaftsförderung einbezogen ist.

Wichtig ist – so Pfister – in diesem Zusammenhang, dass diese Haushaltsmittel im Wesentlichen in die organisatorische Unterstützung der Markterschließung fließen und die teilnehmenden Unternehmen ihre eigenen Kosten, insbesondere die Reisekosten immer selbst tragen müssten. Dies ist laut Pfister der beste Be-weis, dass die Wirtschaftsdelegationsreisen Früchte tragen: „Denn gute Unternehmer investieren nur dann Geld, wenn die Investition Gewinn verspricht.“

Minister Pfister wies darauf hin, dass das Wirtschaftsministerium entsprechend der Koalitionsvereinbarung von 2006 gemeinsam mit den Wirtschaftsorganisationen und BWI neue strategische Ansätze der Außenwirtschaftsförderung und des Standortmarketing umsetzen werde. Dabei gehe es vor allem darum, verstärkt die Potenziale von wichtigen Zukunfts- und Wachstumsbereichen, wie z.B. der Dienstleistungen, des Gesundheitswesens einschließlich der Medizintechnik, der Biotechnologie, der Umwelttechnik, der Luft- und Raumfahrt, der Photonik und der Nanotechnologien in die Außenwirtschaftsförderung und das Standortmarketing einzubeziehen und hierfür spezifische Maßnahmen zu entwickeln. Dabei werde man vor allem auf die vorhandenen Netzwerke, die sich teilweise bereits im Land gebildet hätten, zurückgreifen. Gleichzeitig – so Minister Pfister – werde das Wirtschaftsministerium auch die nach wie vor wichtige Internationalisierung von bisher nur regional tätigen Kleinunternehmen – vor allem auch im Bereich des Handwerks – durch spezifische Maßnahmen stärken.