?Mit NEIN stimmen, wenn Sie dafür sind?

„Sie müssen mit NEIN abstimmen, wenn Sie dafür sind. Das ist ein bisschen eine verrückte Welt“, so brachte es die FDP-Landesvorsitzende Birgit Homburger am Mittwoch Abend bei der Informationsveranstaltung der FDP zum Bahnprojekt „Stuttgart 21“ in der Heilbronner Philharmonie auf den Punkt. Vor vierzig Zuhörern legte Sie dar, dass der Stuttgarter Bahnhof das Kernstück des Hochgeschwindigkeitsnetzes ist, an das der Südwesten den Anschluss sucht. Sie machte deutlich, dass das Projekt in seiner zwanzigjährigen Planungs- und Bauzeit viele parlamentarische und juristische Hürden genommen hatte. „Diese Voraussetzungen fehlen bei dem scheinbaren Alternativplan K 21 völlig, Es ist sogar festgestellt worden, dass dieses Projekt nicht mal planfeststellbar ist“, so Homburger.

Oberbürgermeister Helmut Himmelsbach stellte eine Resolution vor, die der Heilbronner Gemeinderat vor wenigen Tagen mit sehr großer Mehrheit beschlossen hatte. Für den Raum Heilbronn stellte er entscheidende Vorteile in den Mittelpunkt: Die Anbindung Heilbronns an das Schnellbahnnetz und den Flughafen, Schaffung neuer Arbeitsplätze in der Region und nicht zuletzt die Kostenfrage. „Man muss gar keine schwäbische Hausfrau sein, um zu erkennen, dass sich das Projekt lohnt, wenn das Land für einen Eigenbeitrag von maximal 950 Millionen eine Zukunftsinvestition von 4,5 Milliarden finanziert bekommt“, so der Oberbürgermeister. „Die Alternative ist 350 Millionen bis 1,5 Milliarden für gar nichts“, so das Stadtoberhaupt.

Dies unterstrich der Heilbronner Bundestagsabgeordnete Michael Link nachdrücklich. „Wir wollen in dieser Abstimmung eine Mehrheit gewinnen“, so Link. Er warf den Gegnern des Projekts unlautere Methoden vor. So werde versucht, regionale Bahnprojekte in Heilbronn gegen „Stuttgart 21“ auszuspielen. „Der Bundesverkehrswegeplan funktioniert anders. Wenn wir das Projekt nicht durchführen, freuen sich andere Bundesländer, denn dort werden dann Projekte finanziert. Unsere Region hat nichts davon“, so der Abgeordnete und stellte eindrücklich fest: „Baden-Württemberg hat es verdient. Wir sind die Wirtschaftslokomotive in Deutschland und brauchen dafür auch endlich einen modernen Bahnhof.“

Viele Details in der Planung des Projekts stellten der verkehrspolitische Sprecher der FDP/DVP-Landtagsfraktion, Jochen Haußmann, und der Verkehrswissenschaftler von der TU Dresden, Peter Reinhart in den Mittelpunkt ihrer Ausführungen. „Stuttgart 21 müsste eigentlich Baden-Württemberg 21 heißen“, so der Landtagsabgeordnete, „Dieses Projekt wird mit einzigartiger Planung und Logistik durchgeführt und ist das größte Infrastrukturprojekt seit der Deutschen Einheit“. Im Detail illustrierte das Peter Reinhart, der für die Region Heilbronn die Fahrzeiten zeigte. „Die Züge sind mit einem Stuttgarter Durchgangsbahnhof viel besser angebunden und fahren direkt zum Flughafen“, so der Verkehrswissenschaftler, der in der anschließenden Diskussion deutlich machte, dass viele falsche Fakten und technisch falsche Daten im Umlauf seien.