MEINHARDT: ?Sommertheater zum Zentralabitur endlich vorbei!?

Zu den Beratungsergebnissen der konservativen Kultusminister der Länder erklärt der bildungspolitische Sprecher der FDP-Bundestagsfraktion Patrick Meinhardt:

„Endlich ist das Zentralabitur vom Tisch und das Sommertheater der Konservativen vorbei.

Die Unions-Kultusminister der Länder mit FDP-Beteiligung inklusive des baden-württembergischen Ministerpräsidenten sollten vor ihrer nächsten zentralistischen Bildungsattacke erst einmal die Koalitionstauglichkeit ihres Vorschlages prüfen.

Bislang haben gerade diese Minister es verpennt, zur gemeinsamen Anerkennung von Abitursabschlüssen über Bildungsstandards zu kommen. Wenn also im Oktober endlich über gemeinsame Bildungsstandards Beratungen stattfinden, dann ist dies überfällig und hat nichts mit Politik am Puls der Zeit zu tun, sondern mit Nachsitzen über ein Thema, das von der Kultusministerkonferenz schon längst hätte gelöst werden müssen.
Wenn Familien endlich ohne große Schulprobleme in Deutschland umziehen können, dann hätten die Kultusminister endlich ihre Hausaufgaben gemacht. Sie verkaufen jetzt als Beratungserfolg, was bislang eine Peinlichkeit für ihr bisheriges Versagen ist.

Es ist jetzt nur wichtig, dass nicht ein neuer Kultusbürokratismus über das Anerkennungsverfahren entsteht und so der Zentralismus über die Hintertüre unseren Bildungsföderalismus aushebelt. Wenn allein schon heute die Vorgaben für eine einheitliche Prüfungsanforderung für das Fach Latein 60 Seiten umfasst, läßt dies Böses ahnen.

Die Bundesbildungsministerin muss sich sehr wohl die Frage gefallen lassen, was sie eigentlich will, wo ist ihre Schwerpunkte setzen möchte und wie häufig sie noch den Ländern in ihre Angelegenheiten hineinregieren will.
Welche Luftnummer kommt als nächstes nach dem Einheitsschulbuch und nach dem Einheitsabitur? Ihre Parteifreunde in Schleswig-Holstein werden ihr ein anderes Problem mit auf den Weg geben: Was sollen Standards für das Gymnasium, wenn es statt dieser immer mehr Gemeinschaftsschulen gibt.“