Meinhardt: Schavan sollte sich besser für mehr Bildungsfreiheit einsetzen

Auf Bundesbildungsministerin Schavans Äußerungen zum Französischerlass in Baden – Württemberg und zur Forderung für ein Einheitsschulbuch entgegnet der FDP-Vorsitzende von Mittelbaden und bildungspolitische Sprecher der FDP-Bundestagsfraktion PATRICK MEINHARDT:

Das Urteil des Verwaltungsgerichtshofs gegen den vom Kultusminister verordneten Sprachenzwang im Gymnasium ist auch eine schallende Ohrfeige für die ehemalige Kultusministerin Schavan, die den Sprachenzwang in Grundschulen durchgesetzt hat.
Denn sie trägt die politische Verantwortung für die Zwangssprachenfolge für die Grundschule.

Mit anderen zusammen habe ich die Klage beim Verwaltungsgerichtshof gerade deswegen auch finanziell mit unterstützt, weil unsere Schulen mehr und nicht weniger Wahlfreiheit brauchen. Gerade die Selbstständigkeit der Schulen muss ein vordringliches bildungspolitisches Ziel sein. Umso weniger nachvollziehbar ist die Forderung der Ministerin für ein Einheitsschulbuch für ganz Deutschland.

Soll jetzt nach der Zwangssprache auch noch das Zwangsschulbuch kommen?

Die Frage muss erlaubt sein: Weiß Frau Schavan eigentlich noch, dass sie aus Baden-Württemberg kommt?
Statt in Sonntagsinterviews das Einheitsschulbuch für Deutschland zu fordern, sollte die Ministerin lieber ihre Kraft darauf verwenden, den Ländern für notwendige Bildungsreformen den Rücken freizuhalten.
Wenn es Frau Schavan mit dem Wettbewerbsföderalismus wirklich ernst meint und dies für sie kein Lippenbekenntnis ist, dann kann sie dies bei den Verhandlungen über die Föderalismusreform II unter Beweis stellen: Die Länder brauchen mehr Gestaltungsfreiheit für mehr Bildungsinvestitionen.