Meinhardt: „Papier ist geduldig“

(Berlin) Zum ersten gemeinsamen Bildungsbericht von Bund und Länder erklärt der bildungspolitische Sprecher der FDP-Bundestagsfraktion Patrick Meinhardt:

Wir brauchen nicht wieder einen Bericht, nicht wieder eine Umfrage, nicht wieder eine Studie, die dann wieder zu Betroffenheitsdebatten über den Bildungsnotstand in Deutschland führt. Was bringt es unseren Schülern, wenn wir zum x-ten Mal Probleme auflisten und Debatten über Strukturen führen, statt endlich eine Vision für das Bildungsland Deutschland zu entwickeln.

Es muss Schluss sein mit der Diskussion um die Abschaffung der Hauptschule. Wir brauchen ein klares Bekenntnis zur Hauptschule ? versehen mit einer neuen Qualitätsoffensive:

– Ganztagsschulen mit professionell ausgebildeten Sozialpädagogen
– einen früheren Kontakt zur Wirtschaft, spätestens ab der 7. Klasse
– Förderangebote, die auf konkrete Schwächen der Schüler ausgerichtet sind

Mehr Bildungsgerechtigkeit bekommen wir allerdings nur, wenn wir den Kindergarten zur wirklichen ersten Bildungseinrichtung machen, und diesen mit der Grundschule verzahnen. Sprachdiagnosen müssen zusammen mit konkreten Förderangeboten im vierten Lebensjahr zur Regel werden.

Wer gute Bildung will, braucht auch gute Lehrer. Deswegen müssen wir endlich die Lehrerausbildung mehr am praktischen Unterricht orientieren und die Lehrerfortbildung massiv ausbauen.

Grundlage muss dabei sein:

– klare Zuständigkeiten und damit klare Verantwortlichkeiten in der Bildungspolitik zu schaffen
– die Kultusbürokratie zurückzudrängen und endlich Bildungsfreiheit vor Ort zu ermöglichen
– für diese Ziele auch mehr Geld in die Hand zu nehmen

Für eine gute Bildungspolitik ist kein Cent zu schade.