Meinhardt: Kluge Inklusionsagenda orientiert sich an der besten möglichen individuellen Förderung

Aufgrund der entfachten Diskussion an einem Walldorfer Gymnasium, ob ein Schüler mit Down-Syndrom im Wissen darum, dass er das Abitur nicht erreichen wird, das Gymnasium besuchen soll, erklärt der FDP-Generalsekretär Patrick Meinhardt:

Die Politik hat eine Fürsorgepflicht gegenüber den Schulen des Landes, diese bei dem wichtigen gesellschaftlichen Prozess der Inklusion nicht allein zu lassen. Es geht hierbei um pädagogische Fort- und Weiterbildungsangebote, um eine praxistaugliche Inklusionsagenda, um eine enorme Anzahl von zusätzlichen Pädagogen und ebenso massiv um Finanzen für die notwendigen baulichen Veränderungen.

Die oberste Prämisse muss hierbei immer das Kindeswohl und die bestmögliche individuelle Förderung des Kindes mit und ohne Behinderung sein. Dies kann nach unserem liberalen Verständnis in einem gemeinsamen Unterricht oder in einem speziellen Förderunterricht geschehen, bei dem ganz andere Betreuungsverhältnisse gelten. 

Nur sollte eine der wesentlichen Grundlagen und Grundfragen sein, ob ein Kind auch die Chance hat, das Bildungsziel einer Schulart zu erreichen. Wenn sich alle Beteiligte von Anfang an darüber im Klaren sind, dass ein Kind das Abitur nicht erreichen kann, halte ich es für äußerst schwierig, dann die Entscheidung zu fällen, dass trotzdem ein Besuch des Gymnasiums stattfinden soll. Solch eine Diskussion stellt nicht die Inklusion infrage, sondern fordert geradezu auf, eine kluge Inklusionsdebatte in unserem Land zu führen.

Hier fehlen offensichtlich klare Ansagen der grün-roten Landesregierung. Das kann nicht als Einzelfall an einem Gymnasium gesehen werden, sondern hierzu muss es vom Kultusministerium eine stimmige und sinnvolle Inklusionsagenda für alle Schulen und nicht nur für die Gemeinschaftsschule geben.