Meinhardt: „Hauptschulen durch Qualitätsoffensive stärken“

(Berlin) Zur Diskussion um die Zukunft der Hauptschule in Deutschland erklärt der bildungspolitische Sprecher der FDP Bundestagsfraktion, Patrick Meinhardt:

Wer als Politiker jetzt die Situation an der Rütli-Oberschule in Berlin-Neukölln ausnutzt, um die bundesweite Abschaffung der Hauptschule zu fordern, handelt unverantwortlich und fahrlässig. Wer dann auch noch für die bundesweite Einführung der Gesamtschule plädiert, wie die Grünen-Fraktionsvorsitzende Renate Künast, hängt wohl immer noch der vernebelten Alt-68er Bildungsideologie nach, ohne in den Jahren etwas dazugelernt zu haben.

Spätestens nach der DESI-Studie (Deutsch Englisch Schülerleistungen International) ist klar, dass die Gesamtschüler in der Bundesrepublik zu den Bildungsverlierern zählen und dieses Projekt als gescheitert gelten darf.

Wie froh können wir sein, dass wir keinen Berliner Bildungszentralismus haben, sonst hätten wir mit dem Regierungsbeginn von Rot-Grün im Jahr 1998 den Einheitsbrei für die Bildung in ganz Deutschland bekommen.
Worüber wir jetzt in allen Ländern diskutieren müssen, ist eine Qualitätsoffensive Hauptschulabschluss:

? Wir brauchen gerade in Hauptschulen einen frühzeitigen Kontakt mit der regionalen Wirtschaft ab der siebten Klasse, um konkrete Lehrperspektiven zu eröffnen.

? Wir brauchen eine aktive Elternberatung, denn Erziehung ist immer noch Hauptaufgabe des Elternhauses ? hier müssen wir Kompetenzen der Eltern stärken.

? Wir brauchen gerade an den Hauptschulen Ganztagesangebote mit sozialpädagogischer Betreuung und Streitschlichter-Programmen, um die soziale Kompetenz zu stärken.

? Wir brauchen die größtmögliche Unterstützung für die Lehrer in ihrer Arbeit ? mit Weiterbildung, Supervision und vor allem einem offenen Ohr bei der Schulverwaltung.

? Wir brauchen mehr Selbstständigkeit für Hauptschulen wie für alle anderen Schulen, denn vor Ort weiß man viel besser, wo die Probleme liegen, als auf irgendeinem Schulamt. Das bedeutet auch mehr Flexibilität zu Kooperationen, ohne dass eine Fusion mit einer Realschule per ordere de mufti von oben aufgezwungen werden darf.

Nur mit diesen Maßnahmen wird es gelingen, den Schülern an Hauptschulen in Deutschland langfristig wieder Perspektiven zu geben.