Meinhardt: Grün-rote Landesregierung ist bei der Inklusion vollständig konzeptionslos

Zum Thema Inklusion erklärt der FDP-Generalsekretär und VLK-Landesvorsitzende Patrick Meinhardt:

Die grün-rote Landesregierung ist bei der Inklusion an baden-württembergischen Schulen vollständig konzeptionslos, hört nicht auf die Kommunen und noch viel weniger auf die Fachleute. Es ist erschreckend, dass die grün-rote Landesregierung mal wieder nur auf Geld vom Bund warten will, welches nicht im Koalitionsvertrag steht.

Ein so zentrales Thema wie die Inklusion darf aber nicht verschlafen, geschweige denn nur auf die Gemeinschaftsschule beschränkt werden. Ich verstehe es nicht, warum Kultusminister Stoch Monat um Monat keine konkreten Antworten hat, statt endlich das Thema Inklusion ganz oben auf die bildungspolitische Agenda zu setzen. Die Schulen in unserem Land fühlen sich allein gelassen, weil es keinerlei nachvollziehbare Agenda der Landesregierung gibt. Die hochengagierten Sonderpädagogen fühlen sich wie das fünfte Rad am Wagen, weil ihre Fähigkeiten und Fertigkeiten bei der Erarbeitung von intelligenten Inklusionskonzepten für Baden-Württemberg nicht eingeholt werden. Und die Kommunen haben berechtigter Weise Angst, dass sie am Schluss wieder die Zeche zahlen.

Die FDP fordert von der Landesregierung ein Sonderbauprogramm für Städte und Gemeinden und die Träger freier Schulen, um Barrierefreiheit auch wirklich erreichen zu können. Wenn die Landesregierung hier die Kommunen nicht finanziell unterstützt, hat sie überhaupt kein Interesse an wirklichen Fortschritten bei der Inklusion vor Ort. Kinder mit Behinderungen gehören in die Mitte der Gesellschaft.

Darum bekennt sich die FDP zur Inklusion und der verstärkten Integration von Kindern mit Behinderungen in allgemeine und berufliche Schulen. Die FDP warnt jedoch davor, Förder- und Sonderschulen mit ihrer besonderen pädagogischen Kompetenz abzuschaffen. Die Wahlfreiheit der Eltern zwischen einer sonderpädagogischen Schule und einer allgemeinbildenden oder beruflichen Schule muss in Baden-Württemberg erhalten bleiben. Dies gilt auch für die seit Jahren erprobten und bewährten Aussenklassen, damit es so eine zusätzliche wertvolle und pädagogisch sinnvolle Möglichkeit des integrativen Unterrichts gibt.

Im Mittelpunkt einer guten Bildungspolitik steht der Mensch, nicht die Institution. Das gilt auch für die Inklusion von Menschen mit Behinderung. Ihre Interessen, ihre Ängste, aber auch ihre Hoffnung und Chancen müssen wegweisend sein.