Meinhardt: Bildungsfreiheit vor Ort statt Kultusbürokratie von oben

(Berlin) Die FDP-Bundestagsfraktion stellte am Freitag ihr Bildungskonzept ?Die selbständige Schule? auf einem Kongress in Bretten zur Diskussion. Das Konzept sieht vor, den Schulen im Rahmen staatlicher Vorgaben freien Gestaltungsraum beim Lehrangebot, der Entwicklung des Lehrpersonals und bei der Verwendung des Budgets zu überlassen. Dadurch sollen die Schulen die Chance haben, ihre Kreativität zu entfalten und eigene Schwerpunkte zu setzen.

Die FDP-Landesvorsitzende Birgit Homburger eröffnete die Diskussionsveranstaltung mit einem engagierten Plädoyer für mehr Freiheit und Selbständigkeit im Bildungssystem. Vor allem die frühkindliche Bildung müsse viel mehr ins Zentrum gerückt werden, denn der Kindergarten sei die erste Bildungseinrichtung, so Homburger.

Das Impulsreferat hielt Stefan Küpper, Geschäftsführer Südwestmetall und Geschäftsführer des Bildungswerkes der Baden-Württembergischen Wirtschaft. Nach seiner Überzeugung dürfe es keinen Zweifel daran geben, dass eine Schule wie ein Unternehmen geführt werden muss ? mit allen Freiheiten.

Dr. Ulrich Noll, Fraktionsvorsitzender der FDP im baden-württembergischen Landtag, forderte in der Bildung mehr Dynamik und zeigte auch die positiven Impulse auf, die die FDP im Land Baden-Württemberg seit 1990 erreicht hat.

Auf die Diskussion eingestimmt, wurden die ca. 50 geladenen Gäste und interessierten Besucher dann durch die Rede des bildungspolitischen Sprechers der FDP-Bundestagsfraktion Patrick Meinhardt.
Meinhardt betonte in seiner Rede die Bildung einer Gemeinschaft vor Ort und die Entlastung der Schulen von überflüssiger Bürokratie. ?Denn nur durch Bildungsfreiheit vor Ort, statt Kultusbürokratie von oben?, so Meinhardt, könne in Deutschland endlich wieder eine ?Kultur der Selbständigkeit? entstehen.

Die anschließende muntere Diskussion leitete ebenfalls der badische Bundestagsabgeordnete Patrick Meinhardt. Teilnehmer waren der Minister a. D. Tom Høyem, die Vorsitzende des Landesverbandes der Schulfördervereine Baden-Württemberg e. V. Anne Kreim, Elfi Pleyer, Vorsitzende des Elternbeirates des Edith-Stein-Gymnasiums Bretten, Eckhardt Behrens, Vorstandsmitglied des Seminars für freiheitliche Ordnung sowie Dino Maiwaldt, Vorsitzender des Schülerbeirates. Einig waren sich alle Podiumsmitglieder darüber, dass die Schulen im Land mehr Selbständigkeit brauchen. Über die Wege zu diesem Ziel wurde leidenschaftlich diskutiert. Die rege Diskussionsteilnahme und die vielen Wortbeiträge der Gäste und Podiumsmitglieder, worüber sich auch die Brettener FDP-Vorsitzende Karin Gillardon und der FDP-Landtagskandidat Dr. Otto Hertäg sehr freuten, zeigen, dass den Menschen das Thema unter den Nägeln brennt. Und so diskutierten die Teilnehmer auch nach der Veranstaltung noch munter weiter.