?Meilenstein für den Ausbau der Windkraft“

„Der Windatlas ist ein Meilenstein für den Ausbau der Windkraft in Baden-Württemberg“, sagte Wirtschaftsminister Ernst Pfister heute in Stuttgart anlässlich der Vorstellung des vom TÜV SÜD im Auftrag des Wirtschaftsministeriums erstellten Windatlas. „Der Windatlas verbessert die Datengrundlage für die Windenergienutzung, versachlicht die Diskussion um mögliche Standorte und ist eine unverzichtbare Planungshilfe für regionale und kommunale Planer bei der Ausweisung von mehr und besseren Vorranggebieten“, so Pfister. Die Analyse weist Windstärken für jeden Standort in Baden-Württemberg mit einer räumlichen Auflösung von 50 mal 50 Meter für verschiedene Nabenhöhen aus. Der Windatlas steht über Daten- und Kartendienst der LUBW Landesanstalt für Umwelt, Messungen und Naturschutz online zur Verfügung. „Kein anderes Bundesland hat einen Windatlas in dieser Genauigkeit“, ergänzte Pfister.

„Der Windatlas komplettiert das von mir im Dezember 2010 vorgestellte Sieben-Punkte-Programm für den Ausbau der Windenergie, das das Wirtschaftsministerium und das Ministerium für Umwelt, Naturschutz und Verkehr gemeinsam auf den Weg gebracht haben“, so Pfister. Das Programm zeigt Wege auf, wie die Spielräume der gesetzlichen Vorgaben positiv im Sinne der Windkraft nutzbar sind.

„Der Windatlas und das Sieben-Punkte Programm sind ein starkes Paar: die Unterstützung durch die Fachbehörden wird stärker und der Erfolg für die Windkraft deutlich besser“, so Pfister. Sechs baden-württembergische Regionalverbände hatten angekündigt, auf Basis des Windatlas Vorranggebiete für die Windkraft neu festzulegen oder über Verfahren zur Festlegung von Vorranggebieten für Windkraftanlagen neu zu entscheiden. Die weiteren sechs Regionalverbände hatten bereits beschlossen, ihre bestehende Windkraftplanung im Rahmen einer Gesamtfortschreibung oder Teilfortschreibung des Regionalplans zu überarbeiten.

Wirtschaftsminister Ernst Pfister stellte die Ergebnisse gemeinsam mit Peter H. Meier vom TÜV SÜD, Dr. Gerd Hager, Verbandsdirektor des Regionalverbands Mittlerer Oberrhein und Andreas Heizmann, stellvertretender Landesvorsitzender des Bundesverbands Windenergie vor.

„Mit Vorlage der Windkartierung in einmaliger Qualität hat das Land seinen Worten Taten folgen lassen. Nun sind die Regionen an der Reihe“, sagte Dr. Gerd Hager, Verbandsdirektor des Regionalverbands Mittlerer Oberrhein. „Die Beratungen in den Gremien der Regionalverbände werden Früchte tragen. Rechtzeitig zum Frühjahr ist der Boden bereitet. Wir werden sehen, ob an den richtigen Standorten Windräder entstehen“, so Hager.

„Die aktuellen Statistiken des Bundesverbandes Windenergie belegen, dass Baden-Württemberg seine großen Potenziale beim Windenergieausbau nicht nutzt. Das Land muss endlich die rote Laterne unter den Flächenländern abgeben“, sagte Andreas Heizmann, stellvertretender Landesvorsitzender des Bundesverbands Windenergie. „Daher begrüßen wir den Windatlas. Wichtig ist nun aber, dass weitere konkrete Schritte in Richtung einer Politik pro Wind erfolgen. Davon profitieren das Klima, die mittelständische Wirtschaft Baden-Württembergs und der heimische Arbeitsmarkt. Unser Land kann es besser“, so Heizmann.

Der Windatlas kann über den Daten- und Kartendienst der LUBW genutzt werden. Mit einer Lupenfunktion können gewünschte Ausschnitte des Windatlas vergrößert werden, um die Windhöffigkeit für den jeweiligen Standort zu erhalten. In der Vergrößerung erhält der Nutzer zum einfacheren Auffinden in der Karte weitere Karteninformationen wie Flur- und Ortschaftsnamen, Straßenverläufe, Wälder. Auch für komplexe Geländestrukturen wird so eine genaue Lokalisierung des Standortes möglich. Mit einem weiteren Klick auf den Standort selbst werden dann Informationen zur Windgeschwindigkeit am konkreten Standort in Textform ausgegeben. Die Karten und Informationen können aus dem Portal ausgedruckt werden.

Der Windatlas ist eine Konsequenz aus der Umsetzung des Energiekonzepts 2020, um den Ausbau der Nutzung der Windenergie aktiv zu unterstützen. Die Träger der Regionalplanung sollen in die Lage versetzt werden, ihre Windkraftplanungen mit der Unterstützung der zuständigen Fachverwaltungen des Landes voranzutreiben. Um das Ziel eines 20-prozentigen Anteils der erneuerbaren Energieträger an der Stromerzeugung zu erreichen, müsse die jährliche Stromerzeugung aus Windkraft in Baden-Württemberg von aktuell 0,6 Terawattstunden auf mindestens 1,2 Terawattstunden im Jahr 2020 ausgebaut werden. „Zusätzlich zu den bestehenden etwa 370 Windkraftanlagen mit einer Leistung von rund 465 Megawatt müssen bis 2020 unter Voraussetzung der heutigen technischen Bedingungen mindestens weitere ca. 150 Anlagen mit einer Gesamtleistung von etwa 350 Megawatt errichtet werden“, so Pfister.

 

Zum Windatlas gelangen Sie über: www.windatlas-bw.de

 

Die Pressemappe zur Pressekonferenz finden Sie auf www.windatlas-bw.de

 

Mehr Informationen zur LUBW: www.lubw.baden-wuerttemberg.de