?Man merkt eben, dass rot-grün sich nicht für Wirtschaft interessiert?

Dass sich liberaler Wahlkampf auch Lebensart bedeutet, hat sich bei der Veranstaltung am Sonntag Vormittag in Fellbach gezeigt.
200 Gäste konnten begrüßt werden in der sonnigen Schwabenlandhalle, wo es zum vormittäglichen Frühschoppen auch noch stimmungsvollen Jazz als musikalischen Live-Muntermacher gab

Bei aller optimistischer Stimmung vergaßen es die Liberalen jedoch nicht, auf die Inhalte aufmerksam zu machen, die bei der Landtagswahl am 27. März eine Rolle spielen. Dass diese die richtigen Vertreter bei den Liberalen haben, zeigte sich bei der Begrüßung durch den Bezirksvorsitzenden Hartfrid Wolff, der bei seinem Parteikollegen Ulrich Goll vor allem die „Balance zwischen Sicherheit und Freiheit“ lobte, die gerade in der unübersichtlichen Situation der aktuellen Ereignisse wichtiger sei denn je.

Auf diese Ereignisse ging der Bundesentwicklungshilfeminister Dirk Niebel ausführlich vor allem in Bezug auf Libyen ein. Er rief ins Gedächtnis, dass ein Militäreinsatz immer noch das letzte Mittel sei, mit dem man nicht leichtfertig umgehen dürfe. Es sei vor allem die Frage, wo man vor dem Hintergrund der Umbrüche in der arabischen Welt einzugreifen sei und wo nicht. „Ein Militäreinsatz wird schnell begonnen, aber wir wissen, dass er nur mühsam wieder beendet werden kann“, so Niebel.
Er ließ es sich aber auch nicht nehmen, in seiner Rede die Grünen herauszufordern. Er wies darauf hin, dass die Grünen für die Entmündigung der Bürger seien und für eine erzieherische Kontrolle, die die Bürger gängelten. „Hätten die Grünen bei der ersten Bahnstrecke 1835 das Sagen gehabt, würden wir heute noch mit dem Ochsenkarren durchs Land fahren“.

Ulrich Goll konnte in Fellbach in seinem Wahlkreis deutlich machen, wofür die FDP vor Ort und im ganzen Land steht. Er machte klar, dass Baden-Württemberg am kommenden Sonntag die Spitzenposition im Bund verteidigen muss. Er stellte fest, dass die Kernkraft im Land schon lange ein Auslaufmodell sei, dass nun aber alle in der Politik bereit sein müssten, umzudenken. „Und das trifft genauso die Grünen, die jetzt ihre Dagegen-Positionen überdenken müssen. Bereits heute sind die Stromleitungen für den Transport alternativer Energien an der Überlastungsgrenze. Wenn eine Überlandleitung geplant werden muss, sind aber nur die Grünen garantiert dagegen“, so der liberale Spitzenkandidat.
Baden-Württemberg hätte gerade im wirtschaftlichen Bereich eine herausragende Position, was in erster Linie den vielen kleinen und mittleren Unternehmen, aber auch den Selbständigen und Handwerkern zu verdanken sei. Darauf könnte das Land zu Recht stolz sein. „Ich besichtigte viele Firmen, die vor Ort mit großem Erfindungsgeist und Tüchtigkeit hervorragende Produkte herstellen. Dafür muss man sich natürlich für die Wirtschaft in diesem Land interessieren, was rot und grün schlicht nicht tun“, so Goll. Als wirkliche Alternativen seien diese auch für das Land ungeeignet. Er stellte fest, dass es SPD und Grüne seien, die es zum Ziel erklärt hätten, mit der Linken „einen Wechsel um jeden Preis“ herbeizuführen. Und dabei sei die Frage immer ungeklärt, wohin der Wechsel gehen solle. „Ein Wechsel von einem Spitzenplatz kann nur ein Rückschritt sein“, sagte er unter dem Applaus des Publikums.

„Ich mache mit dem Mythos Schluss, die Grünen seien eine bürgerliche Partei“, so Birgit Homburger. Dies könnte man vor allem bei den Aussagen der Grünen zum Extremismus ablesen. „Hier wird ein Unterschied zwischen Rechts- und Linksextremismus gemacht“, so die FDP-Fraktionsvorsitzende im Deutschen Bundestag. „Ich sage ganz klar: Es hat dem Land schon immer gut getan, wenn es nicht von den Rändern her regiert wird“. Extremismus müsste immer eine Absage erteilt werden. Das beste Mittel, um die jungen Menschen nicht anfällig dafür zu machen, sei ein Ausbildungs- und Arbeitsplatz. Dabei seien es die verantwortungsbewussten Unternehmer im ganzen Land, die diese Leistung Tag für Tag erbrächten. „Wir müssen auch sagen, dass wir diese Leistung anerkennen sollten. Neid hilft uns hier nicht weiter“, so Homburger.

In den anschließenden Gesprächen war noch viel Gelegenheit, die Meinungen auch mit den Politikern selbst auszutauschen. Der direkte Draht zu den Bürgern – das wurde in Fellbach erlebbar deutlich.