Liberale Hochschulgruppe Stuttgart: Tausende von Studienplätzen an der Universität Stuttgart bedroht

(Stuttgart) Am 10. Juni 2003 veröffentlichte eine vom Rektor der Universität Stuttgart, Prof. Dr.-Ing. Dieter Fritsch ins Leben gerufene Arbeitsgruppe einen Abschlussbericht mit dem Titel ?Zukunftsoffensive der Universität Stuttgart?. Die LHG Stuttgart kam nach Sichtung des Berichts zum Ergebnis, dass im Reformvorschlag keine konkreten Zahlen bezüglich des tatsächlichen Einsparpotentials zu finden sind. Die Streichungen betreffen einseitig Fächer, die nichts mit Ingenieurwissenschaften zu tun haben.

Nach dem Bericht sollen gestrichen werden: Germanistische Mediävistik, Linguistik/Germanistik, Landesgeschichte, Geschichtliche Hilfswissenschaften, Geographie, Geologie, Mineralogie und Geophysik, die Lehramtsstudiengänge Deutsch, Englisch, Französisch, Geschichte und Politik.

Besonders unverständlich ist die geplante Schließung der Geowissenschaften, durch die zwei Mio. Euro jährlich eingespart werden sollen. Dies kann erst erreicht werden, wenn der letzte Professor und der letzte Angestellte der Geowissenschaften die Hochschule verlassen haben. Das wird im Jahre 2018 sein. Bei Gesamtausgaben der Hochschule von 318,6 Mio. Euro jährlich entsprechen zwei Mio. Euro ganze 0,6%, für die 583 Studierende im Wintersemester 2002/2003 studieren können. Die geowissenschaftlichen Institute gehören mit sieben besetzten Professuren zu den effektivsten der Universität, und das ohne Einbußen in Forschung und Lehre, wie die Verleihung des Landeslehrpreises an Prof. Seyfried 1998 und die Wahl Prof. Blümels in die Deutsche Akademie für Naturforscher belegen dürfte.

Die LHG Stuttgart hält andere Lösungen bezüglich einer Zukunftsoffensive für bedeutend besser, auch die vom Universitätsrat bereits vor zwei Jahren beschlossene, jedoch bislang vom Rektoramt verhinderte externe Evaluation durch ein unabhängiges Unternehmen. Die LHG Stuttgart hält es zudem für erstrebenswert, dass eine Hochschule von Rektoren mit Managererfahrung geführt wird. Allein die Schließung von ein paar Instituten bringt keine Hochschule voran.

Die LHG Stuttgart bittet die Parteimitglieder der FDP, ihre Möglichkeiten auszuschöpfen, um konstruktive Reformmaßnahmen an der Universität Stuttgart zu fördern und den Grundstein für eine erfolgversprechende Zukunftsoffensive zu legen. Der vollständige Bericht der LHG Stuttgart über die Entwicklungen an der Universität Stuttgart ist nachzulesen unter http://stirzel.rhea.tacotec.de/stuttgart.pdf