Liberale ehren Ludwig Georg Braun

(Stuttgart) Die Liberalen in Baden-Württemberg zeichneten am heutigen Tag den Ehrenpräsidenten des Deutschen Industrie- und Handelskammertages (DIHK), Ludwig Georg Braun, mit der Reinhold-Maier-Medaille aus. Die Ehrung fand um 11 Uhr im Weißen Saal des Neuen Schlosses in Stuttgart statt.

Der 67-jährige Braun war von 2001 bis 2009 Präsident des DIHK und ist Vorstandsvorsitzender des Medizinbedarfsunternehmens B. Braun Melsungen AG.

In seiner Begrüßung durch den Vorsitzenden der Reinhold-Maier-Stiftung, Justizminister Ulrich Goll, betonte dieser vor 300 Gästen, dass Ludwig Georg Braun ?der Auszeichnung mehr als gerecht? werde. Bei seinem Wirken stehe er den Liberalen im Südwesten sehr nahe, die ?in ihrer Tradition und auch heute immer den Menschen im Mittelpunkt sehen und von Werten getragen sind?, so Goll.

In ihrer Laudatio hob die Landesvorsitzende und Bundestagsfraktionsvorsitzende der FDP, Birgit Homburger, die Verdienste Brauns hervor. Ludwig Georg Braun sei ein ?Vorbild in seinem Unternehmen und weit darüber hinaus?, sagte Homburger. Sie machte deutlich, dass der Unternehmer ?zeigt, wie man Verantwortung übernimmt.? In der Erfolgsgeschichte seines Unternehmens werde deutlich, ?dass der Erfolg unserer Wirtschaft in erster Linie den innovativen Unternehmern und ihrer fleißigen Arbeitnehmerinnen und Arbeitnehmer zu verdanken ist?. Sie stellte fest: ?Es ist eine Tatsache, dass wir wieder eine funktionierende und neidfreie Diskussionskultur brauchen. Gerade die Diskussion um die Erbschaftssteuer hat gezeigt, das, was vererbt wird, in der Regel hart erwirtschaftet worden ist?, so Homburger mit Hinblick auf die Tradition des Familienunternehmens B. Braun Melsungen. Braun habe in seiner Tätigkeit als Unternehmer und DIHK-Präsident immer wieder auf die Folgen des Fachkräftemangels am Standort Deutschland hingewiesen. ?Diese Diskussion mit ihren reflexhaften Zügen müssen wir erweitern und klar machen, dass wir Weiterqualifikation fürdern müssen und es Leuten dadurch ermöglichen, wieder in Arbeit zu kommen?, so die Vorsitzende der FDP-Bundestagsfraktion. Im Hinblick auf das Land Baden-Württemberg sagte sie: ?Wir müssen davon abkommen, Innovation immer vor allem unter dem Gesichtspunkt der Risiken zu diskutieren.? Gerade für einen Technologie- und Industriestandort wie Baden-Württemberg seien Innovationen von zentraler Bedeutung.

Der Preisträger schilderte in seinem Dank die Gründe für seinen Antrieb für seine vielfältigen Tätigkeiten. Er warnte die Politik ?vor dem Geschäft der Angst gegenüber den Bürgern? und forderte sie auf, die positiven Perspektiven aufzuzeigen und stärker zu betonen. Braun, der sich an eine Begegnung mit Reinhold Maier im Jahre 1957 erinnerte, gab den Liberalen mit: ?Freiheit heißt, befreit von Zwängen zu sein, aber auch den Mut zur Eigenständigkeit entwickeln?. Der langjährige liberale Kommunalpolitiker bezeichnete sich als ?begeisterten Europäer? und wies darauf hin, dass er seinerzeit für die Mitwirkungsrechte der Arbeitnehmerinnen und Arbeitnehmer und zugleich für das Recht auf Eigentum als Fundament der freiheitlichen Gesellschaft gestritten habe.
Eine weitere Triebfeder für ihn sei es, die Lebenschancen der Menschen durch Bildung zu verbessern. ?Unternehmen müssen Phasen der Kurzarbeit nutzen, um die Qualifikation ihrer Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter voranzubringen?, sagte er an die Adresse der Wirtschaft gewandt und mahnte gegenüber der Gesellschaft und der Politik an: ?Wir müssen Lebenschancen verbessern. Keiner darf auf der Strecke bleiben. Wir müssen eine Bildungsrepublik Deutschland sein!? Die Politik müsse sich mehr auf den Bereich der Bildungspolitik konzentrieren.
Seinen Ethos als Unternehmer beschrieb er so: ?Ich vertraue auf meine Belegschaft, dass sie ihr Bestes gibt. Arbeit hat ihre Stellung in der Lebensqualität der Menschen.?

Der FDP-Fraktionsvorsitzende im Landtag, Hans-Ulrich Rülke dankte Braun für sein ?moralisch-liberales Glaubensbekenntnis.? Er kündigte an: ?Wir werden deutlich machen, dass es uns in diesem Land sehr gut geht und wir bereit sind, die Veränderungen anzunehmen. Ein Preisträger wie Sie steht uns dabei sehr gut zu Gesichte.?

Die Medaille ist nach dem ersten Ministerpräsidenten des Landes Baden-Württemberg, Reinhold Maier (FDP), benannt. Sie wird von der Reinhold-Maier-Stiftung, der FDP-Landtagsfraktion und der Landespartei seit 1989 jährlich an Persönlichkeiten verliehen, die sich in besonderer Weise um den Liberalismus in Deutschland und Europa verdient gemacht haben. Zu den Preisträgern gehörten in den vergangenen Jahren u.a. Ralf Dahrendorf, Marion Gräfin Dönhoff, Walter Scheel und Helmut Markwort. 2009 wurde der Abtprimas Notker Wolf mit der Medaille ausgezeichnet.