?Landesregierung hat im Gegensatz zu den Grünen klare und realistische energiepolitische Vorstellungen?

Stuttgart. Wirtschaftsminister Ernst Pfister weist den heute erhobenen Vorwurf der Grünen-Fraktion im Landtag, wonach die Landesregierung keine aktive Energiepolitik betreibe, energisch zurück. ?Die Landesregierung hat im Gegensatz zu den Grünen im Landtag nicht nur klare, sondern auch realistische Vorstellungen über die zukünftige Energiepolitik im Land.?

Wie Pfister ausführte, werde das Land selbstverständlich weiterhin jedem Inves-tor, der zum Beispiel ein modernes Gaskraftwerk bauen wolle, den roten Teppich ausrollen und alles tun, um sein Projekt zu fördern. Auch im Bereich der regenerativen Energien werde sich die Landesregierung weiter aktiv für den Ausbau etwa im Bereich der Erdwärme einsetzen. Im Gegensatz zu den Grünen im Landtag mache sich die Landesregierung jedoch keine Illusionen über die dadurch entstehenden zusätzlichen Kapazitäten oder das Interesse der Energieversorger am Bau fossiler Kraftwerke in Baden-Württemberg. Pfister: ?Die dadurch entstehende zusätzliche Kapazität wird beschränkt bleiben und auf absehbare Zeit in keiner Weise die Kernenergie ersetzen können.?

Wie Pfister ausführte, konkurriere im liberalisierten Strommarkt jeder Kraftwerks-betreiber mit jedem Kraftwerksbetreiber in Europa. Bestehen könne nur der, der am günstigsten produziere. Und alles Wunschdenken der Grünen könne nicht darüber hinwegtäuschen, dass die natürlichen Voraussetzungen in Baden-Württemberg für den Betrieb fossiler Kraftwerke nicht günstig seien. Für Kohle-kraftwerke müsse der Brennstoff über weite Strecken antransportiert werden. Hier seien küsten- und reviernahe Standorte eindeutig im Vorteil. Für den Bau großer Gaskraftwerke sei die vorhandene Gasinfrastruktur in Baden-Württemberg eher ungünstig.

Die Standortnachteile Baden-Württembergs im Blick auf den Bau fossiler Kraftwerke hätten dazu geführt, im Land frühzeitig auf die Kernenergie zu setzen. Baden-Württemberg und das ebenso revierferne Bayern hätten deshalb den größten Anteil an Kernenergiestrom unter den Bundesländern.

Der Strom aus baden-württembergischen Kernkraftwerken habe teilweise zuge-kauften Strom aus Braunkohle aus nordrhein-westfälischen Kraftwerken ersetzt. Es sei auf diese Weise Stromerzeugung ins Land geholt worden, die auf Kohlebasis selbst zu Monopolzeiten nicht im Lande hätte realisiert werden können. Es sei illusorisch anzunehmen, man könne in Zeiten des freien Wettbewerbs ohne Kernenergie das bisherige Erzeugungsniveau im Lande halten.

Pfisters Fazit: „Wenn es den Grünen im Landtag wirklich darum geht, die Sicher-heit und Preiswürdigkeit der Energieversorgung, die Arbeitsplätze in der Energiewirtschaft und die Wertschöpfung im Lande zu sichern, sowie die angestrebte Reduzierung des klimaschädlichen Kohlendioxidausstoßes zu realisieren, müs-sen sie endlich von ihrem Ausstiegskurs bei der Kernenergie abrücken.“