Kritik an Mercedes-Chef Hubbert von neuer FDP-Landesvorsitzenden

Sindelfingen (ddp-bwb). In der Auseinandersetzung um Kostensenkungen bei DaimlerChrysler hat die neue baden-württembergische FDP-Chefin Birgit Homburger den Pkw-Vorstand des Unternehmens, Jürgen Hubbert, scharf kritisiert. Homburger sagte am Samstag auf dem außerordentlichen Parteitag der Landes-FDP in Sindelfingen, zwar gebe es in Baden-Württemberg durch längere Pausen, mehr Feiertage und hohe Schichtzuschläge Standortnachteile. Die Arbeitgeber hätten diesen Regelungen bei Tarifverhandlungen jedoch selbst zugestimmt. Bevor Hubbert eine lautstarke Debatte über eine «baden-württembergische Krankheit» anstoße, sollte er sich «an die eigene Nase fassen», kritisierte Homburger.

Hubbert hatte mit Blick auf die Kosten im Stammwerk Sindelfingen von einer «baden-württembergischen Krankheit» gesprochen und damit erheblichen Wirbel verursacht. Der Konzern fordert Einsparungen von jährlich 500 Millionen Euro und macht davon seine Standortentscheidung für den Bau der neuen C-Klasse abhängig. Er droht damit, das Fahrzeug komplett in Bremen und Südafrika zu bauen, wenn es nicht zu der Kostensenkung kommt. In Sindelfingen stehen dadurch 6000 Arbeitsplätze auf dem Spiel.

Homburger forderte den Konzern und seine Vorstände auf, das Land nicht schlecht zu reden. Die Arbeitnehmer in Sindelfingen stünden für «Solidität, Verlässlichkeit und Qualität». Dies müsse auch honoriert werden. Generell sprach sich die neue FDP-Landesvorsitzende aber für Entlastungen der deutschen Wirtschaft aus. Die 35-Stunden-Woche, Feiertage und andere Kostenfaktoren müssten auf den Prüfstand.