Homburger: „Wehrdienst zunehmend unsinnig und ungerecht“

(Berlin) Zu den Plänen von Bundesverteidigungsminister Franz Josef Jung, junge Männer während des Studiums oder der Ausbildung zum Wehrdienst einzuziehen, erklärt die stellvertretende Vorsitzende und sicherheitspolitische Sprecherin der FDP-Bundestagsfraktion, Birgit Homburger:

Die neuesten Pläne von Bundesverteidigungsminister Franz Josef Jung führen das dogmatische Festhalten an der Wehrpflicht endgültig ad absurdum. Junge Männer für den neunmonatigen Wehrdienst mitten aus ihrer Ausbildung oder ihrem Studium zu reißen ist unverantwortlich und ungerecht. Es ist unsinnig einerseits Abiturienten das Recht zu nehmen den Wehrdienst gleich nach der Schule abzuleisten und andererseits Studenten vor dem Abschluss einzuziehen. Jungs Pläne nehmen den jungen Männern jede Planungssicherheit und sind höchst wirtschaftsfeindlich, denn Unternehmen müssten einen Ausbildungsplatz über Monate offen halten oder zwischendurch neu besetzen.

Die andauernden Versuche des Bundesverteidigungsministers Jung, die Wehrpflicht auf Dauer zu halten, werden die Tatsachen nicht ändern. Schon heute leisten weniger als 17 Prozent der zur Verfügung stehenden Männer Wehrpflicht. Knapp 60 Prozent aller tauglichen jungen Männer leisten weder Wehr- noch Zivildienst. Von Wehrgerechtigkeit keine Spur.

Mit einer Wehrpflichtarmee werden die Aufgaben der Zukunft auch nicht mehr zu bewältigen sein. Die Bundeswehr ist längst eine Armee im Einsatz, die in sechs Regionen der Erde eingesetzt ist. Wegen der veränderten Anforderungen an die Bundeswehr sollte Jung nun endlich die notwendigen Reformen anpacken.

Die FDP fordert schon seit langem die Aussetzung der Wehrpflicht und die Umwandlung der Bundeswehr in eine Freiwilligenarmee.