Homburger und Heise: Bildungsfreiheit und Bildungsvielfalt statt grün-rotem Bildungschaos

Zur Bildungskampagne der FDP Baden-Württemberg erklären die FDP-Landesvorsitzende Birgit Homburger MdB und die Generalsekretärin der FDP Baden-Württemberg Gabriele Heise:

Die grün-rote Landesregierung redet immer nur über Strukturen in der Bildungspolitik. Pädagogische Konzepte? Lernziele? Inhalte? Fehlanzeige. Es wird viel versprochen und angekündigt. Das Ergebnis sind Verunsicherung und Chaos. Die grün-rote Landesregierung setzt den Schwerpunkt auf Bildungsstrukturen statt auf Bildungsinhalte: Weg von der Vielfalt der Angebote, hin zur Gleichmacherei. Die FDP setzt dagegen auf eine Bildungslandschaft, die auf der Vielfalt der Möglichkeiten und dem Fördern und Fordern aller Talente aufbaut. Wir wollen alle Kinder fördern, schwache wie starke. Denn Bildung ist die soziale Frage unserer Zeit.

Eine Bildungsreform darf nicht dazu führen, dass am Ende die staatlichen Schulen zu „Restschulen“ verkommen, weil mehr und mehr Eltern aus Unzufriedenheit über das staatliche Schulwesen ihre Kinder auf Privatschulen schicken.

Beim Thema Bildung tritt offen zu Tage, dass sich Grün-Rot im Chaos einer fehlgeleiteten, rein ideologischen Bildungspolitik verliert. Deutlich wird dies nicht nur an personellen Rückschlägen, wie dem Rücktritt von Ministerin Warminski-Leitheußer oder dem Rückzug von Berater Peter Fratton, sondern auch inhaltlich. Ganz aktuell stellt der SPD-Fraktionsvorsitzende Schmiedel die Pläne zur Ausbildung von Einheitslehrern seines SPD-Kollegen und Kultusministers Stoch zurecht in Frage. Nicht ohne Grund regt sich bei den Lehrerverbänden Widerstand gegen diese Pläne.

Insgesamt weckt die grün-rote Landesregierung bei ihrer Bildungspolitik hohe Erwartungen, welche sie dann aber nicht erfüllt. Ein weiteres Negativbeispiel war die leere Versprechung der grün-roten Landesregierung, angestellte Lehrerinnen und Lehrer auch über die Sommerferien in Beschäftigung zu halten, die aber nicht umgesetzt wurde. Die ständig wechselnden Ankündigungen sind für die Betroffenen im Bildungssystem eine Katastrophe.

Für uns Liberale sind in der Bildung die Inhalte entscheidend. Wir formulieren zuerst Bildungsziele. Diese müssen dann mit pädagogischem Know-how unterfüttert werden. Erst danach kommt die Frage der Anpassung von Schulstrukturen. Und dafür gilt: Vielfalt, Durchlässigkeit und möglichst viel Entscheidungsfreiheit bei den Schulen vor Ort.

Schulvielfalt statt Einheitsschule
Die FDP steht für den Erhalt einer vielfältigen Schullandschaft, die jedem Kind ein seinen Begabungen angemessenes Angebot macht. Die Gemeinschaftsschule kann dabei ein Angebot unter vielen sein. Da es keine Einheitskinder gibt, darf es auch keine Einheitsbildung geben. Die finanzielle Bevorzugung des grün-roten Lieblingskindes Gemeinschaftsschule zu Lasten aller anderen Schularten ist daher nicht hinnehmbar. Die FDP will den Erhalt eines differenzierten Schulsystems, in dem auch Werkrealschulen und Realschulen ihren Platz haben. Die Gymnasien müssen erhalten werden. Wir wollen die Zulassung von Kooperationsmodellen verschiedener Schularten, die Übertragung von mehr Entscheidungskompetenzen auf die Schulen vor Ort und die Konzentration auf Bildungsinhalte statt auf Strukturdebatten. Im Zentrum liberaler Bildungspolitik stehen die Schülerinnen und Schüler.

Orientierungshilfe statt Orientierungslosigkeit
Aus Sicht der FDP ist die Grundschulempfehlung eine wichtige Orientierungshilfe, die weiterentwickelt werden muss. Ihre ersatzlose Abschaffung trägt massiv zur Chaotisierung der Situation an den Schulen vor Ort bei. Daher sind wir für die Wiedereinführung einer überarbeiteten, grundsätzlich verbindlichen Grundschulempfehlung. Es muss weiterführenden Schulen aber möglich sein, auch Kinder ohne zureichende Grundschulempfehlung aufzunehmen, wenn sie sich in einem von ihnen selbst bestimmten Verfahren davon überzeugt haben, dass sie dieses Kind zum Regelabschluss ihrer Schulart führen können. Damit würden die Ungerechtigkeiten des bisherigen Systems beseitigt. Gleichzeitig würde den Kindern dadurch viel Frust und Enttäuschung erspart.

Ganztagesschule – freiwillig statt erzwungen/ Mehr Eigenständigkeit der Schulen vor Ort
Die FDP begrüßt den flächendeckenden Ausbau der Ganztagesschule in Baden-Württemberg grundsätzlich. Allerdings muss sichergestellt sein, dass die Ganztagesschule ein zusätzliches Angebot ist. Die Wahlfreiheit muss erhalten bleiben. Jede Familie muss selbst entscheiden können, ob sie ihre Kinder auf eine Ganztagesschule schickt oder nachmittags selbst betreut. Der Ausbau des Angebots an Ganztagesschulen in gebundener und offener Form ist prinzipiell zu begrüßen. Die Entscheidung darüber, welches Angebot die einzelne Schule machen will, soll bei der jeweiligen Schule vor Ort liegen. Die Schulen müssen mehr Eigenständigkeit bekommen: bei der Personalauswahl, durch ein eigenes Budget, bei der Wahl von Kooperationspartnern, bei der Ausgestaltung des Betreuungsangebots.

Berufliche Schulen – stärken statt behindern
Für die FDP ist das berufliche Schulwesen ein zentraler Bestandteil für die Zukunftsfähigkeit unseres Landes. Die Erstellung eines landesweiten Konzepts zur Entwicklung der beruflichen Schulen, Erhaltung eines flächendeckenden Netzes beruflicher Schulen in ganz Baden-Württemberg, Sicherung der Lehrerversorgung und der Ausbau der beruflichen Gymnasien sind für uns daher ein Grundpfeiler der baden-württembergischen Bildungslandschaft.