Homburger: ?Schavan muss für Bildungsdebatte offen sein?

(Stuttgart) Der Landesvorstand der FDP Baden-Württemberg hat auf seiner Sitzung am gestrigen Samstag in Stuttgart beschlossen, eine offene fachliche Diskussion zum Thema Bildung zu führen. Im nächsten Jahr soll ein kleiner Landesparteitag der FDP Baden-Württemberg zum Thema Bildung durchgeführt werden. Die Landesvorsitzende und stellvertretende Vorsitzende der FDP-Bundestagsfraktion, Birgit Homburger, forderte die baden-württembergische Kultusministerin Annette Schavan dazu auf, sich der Bildungsdebatte zu stellen. Homburger sagte: ?Es reicht nicht aus, sich auf den erreichten Erfolgen auszuruhen. Auch in Baden-Württemberg gibt es vielfältige Verbesserungsmöglichkeiten im Bildungssystem, die wir offen diskutieren müssen. Frau Schavan muss sich dieser Debatte stellen.?

Die FDP sprach sich dafür aus, das gegliederte Schulsystem beizubehalten. Homburger: ?Die im Moment geführte Grundsatzdiskussion über das gegliederte Schulsystem ist völlig aus der Luft gegriffen. Die Studie der OECD liefert keine Erkenntnisse, die das gegliederte Schulsystem in Frage stellen.? Ein gemeinsamer Brief einiger Kultusminister, in dem sie sich über die OECD-Studie beschwerten, sei die falsche Antwort. Die gemachten Veränderungsvorschläge müssten geprüft werden. ?So stellt sich die Frage, ob die Trennung der Schüler nach der vierten Klasse möglicherweise zu früh geschieht. Ob eine längere gemeinsame Schulzeit die Chancengleichheit am Start stärken und dazu beitragen könnte, Defizite besser zu erkennen und Begabungen besser zu fördern, muss offen diskutiert werden.?

Zugleich forderte die FDP eine intensivere Sprachförderung im Kindergarten. Homburger: „Die Lernfähigkeit vieler Kinder wird durch erhebliche Defizite in ihrer Sprach- und Kommunikationsfähigkeit stark beeinträchtigt. Durch gezielte Sprachtests schon im Kindergarten müssen diese Defizite erkannt und durch intensive Sprachförderung behoben werden.“