Homburger / Meinhardt:Über die SED-Diktatur muss in den Schulen Baden-Württembergs intensiv aufgeklärt werden

(Stuttgart/Berlin) Die Landesvorsitzende der baden-württembergischen FDP, Birgit Homburger, und der bildungspolitische Sprecher der FDP-Bundestagsfraktion, Patrick Meinhardt, erklären:

Die FDP Baden-Württemberg spricht sich dafür aus, dass der Unterricht zur SED-Diktatur im Lehrplan Geschichte deutlich ausgeweitet wird. Junge Menschen sollen während ihrer Schulzeit in Baden-Württemberg ein ausgeprägtes Geschichtsbewusstsein, umfassende Kenntnisse über deutsche Geschichte und insbesondere das DDR-Unrechtsregime erhalten.
Die Studie ?Soziales Paradies oder Stasi-Staat? von Prof. Klaus Schroeder hat festgestellt, dass die Schüler den SED-Staat umso kritischer beurteilen, je mehr sie über ihn wissen. Deswegen ist es für die FDP nicht akzeptabel, dass insbesondere an den Hauptschulen dieses Thema fast überhaupt nicht im Unterricht behandelt wird.

Ziel unserer Aufklärungsoffensive über das DDR-Unrechtsregime ist es, dass wir in allen Schularten Baden-Württembergs den Unterricht zu diesem Thema ausweiten. Insbesondere soll die SED-Diktatur fächerübergreifendes Schwerpunktthema gerade in den Jahren 2009 und 2010 werden. 20 Jahre nachdem die Mauer gefallen und die Bundesrepublik Deutschland wiedervereinigt ist, dürfen wir nicht zulassen, dass ein verklärtes Bild bei heutigen Schülern entsteht, die in der DDR eine Art von sozialem Kuschelstaat sehen. Deswegen spricht sich die FDP Baden-Württemberg dafür aus, dass in diesem Schuljahr im Land Projektwochen in allen Schulgattungen zur SED-Diktatur stattfinden. Gerade in den Jahren 2009 und 2010 sollten bei allen Schulfahrten nach Berlin Besuche im Gefängnis Hohenschönhausen, der Mauergedenkstätte und der Stasi-Zentrale Bestandteil sein, um so hautnah die Brutalität dieses Unrechtregimes nachvollziehbar zu machen.

Die Landeszentrale für politische Bildung sollte die Studie von Prof. Klaus Schroeder zur weiteren Diskussion für die Schulen in Baden-Württemberg verbreiten. Darüber hinaus ist es für uns wichtig, dass bessere Materialien erarbeitet werden, mit deren Hilfe die Lehrerinnen und Lehrer die Geschichte der SED-Diktatur im Schulunterricht angemessen darstellen können.

Das DDR-Unrechtsregime muss im Unterricht auf der Grundlage unseres freiheitlichen Wertesystems beurteilt werden. Wir können es nicht hinnehmen, dass junge Menschen den Wert der Freiheit nicht erkennen und ein menschenverachtendes diktatorisches Regime verklären.