Homburger: Klimawandel als Herausforderung annehmen ? Kyoto vorantreiben

BERLIN. Zu den jüngsten Modellrechnungen des Max-Planck-Instituts für
Meteorologie zum Klimawandel erklärt die stellvertretende Vorsitzende und
umweltpolitische Sprecherin der FDP-Bundestagsfraktion, Birgit HOMBURGER:
Die neuesten Modellrechnungen des Max-Planck-Instituts machen erneut
deutlich, wie richtig und wichtig ein multinationales Vorgehen im Klimaschutz
ist. Deshalb muss der Kyotoprozess mit aller Entschlossenheit vorangetrieben
werden. Ziel muss es sein, möglichst viele Industrieländer
von den Vorteilen des Kyotoprotokolls zu überzeugen und sie zu einem
Beitritt spätestens ab der zweiten Verpflichtungsperiode, das heißt ab
2012, zu bewegen. Dies ist aber nur dann realistisch, wenn das
Kyotoprotokoll zu einer ökologischen und ökonomischen Erfolgsstory
gemacht wird.
Dafür ist es unerlässlich, sofort die Voraussetzungen für die Nutzung aller
flexiblen Instrumente auch in Deutschland zu schaffen. Mit den flexiblen
Instrumenten des Kyotoprotokolls wird gewährleistet, daß Klimaschutzziele
sicher erreicht werden und zwar dort, wo es am kostengünstigsten möglich
ist. Hier liegt ein schweres Versäumnis der bisherigen und zugleich eine
große Herausforderung für eine neue Bundesregierung. Bundesumweltminister
Jürgen Trittin hat die Möglichkeiten des Kyotoprotokolls in Deutschland
nur zögerlich umgesetzt. Deshalb konnten Kostensenkungspotentiale
im Klimaschutzbereich nicht frühzeitig realisiert werden. Damit hat er der
Klimapolitik und ihrer Akzeptanz schweren Schaden zugefügt.
Jetzt gilt es, durch eine konsequente Umsetzung des Kyotoprotokolls auch
weitere Länder, wie zum Beispiel die USA und Australien, davon zu
überzeugen, dass ein gemeinsames Vorgehen beim Klimaschutz weltweit
ökologische und ökonomische Vorteile bietet.