Homburger fordert Einführung von verpflichtenden Sprachtests für Kinder zwischen 3 und 4 Jahren

(Stuttgart) Die FDP-Landesvorsitzende und stellvertretende Vorsitzende der FDP-Bundestagsfraktion, Birgit Homburger, fordert die Einführung von verpflichtenden qualifizierten Sprachtests für Kinder zwischen dem 3. und 4. Lebensjahr.

?Defizite bei der Sprachfähigkeit müssen frühzeitig vor dem Schulbeginn erkannt und behoben werden. Verpflichtende qualifizierte Sprachtests zwischen dem 3. und 4. Lebensjahr ermöglichen eine Diagnose, ob und wenn ja, in welchem Umfang ein Kind in seiner Sprach- und Kommunikationsfähigkeit gefördert werden muss. Dabei muss sichergestellt werden, dass sich auch die Kinder, die keinen Kindergarten besuchen, einem solchen Test unterziehen.? Sollten Fördermaßnahmen notwendig sein, seien diese verpflichtend vor der Einschulung zu ergreifen.

Bei der Durchführung der Sprachtests und bei der anschließenden Sprachförderung setzen die Liberalen auf eine verstärkte Kooperation zwischen Schule und Kinderbetreuungseinrichtungen. Homburger: ?Es ist wichtig, dass Erzieherinnen und Erzieher in den Kindergärten hier eng mit den Grundschulen und weiterem Fachpersonal zusammenarbeiten. In die Erarbeitung der individuellen Fördermaßnahmen sollten außerdem die Eltern aktiv einbezogen werden.?

Die Erfassung der Sprachfähigkeit und die anschließende individuelle Förderung gewährleistet aus Sicht der FDP, dass alle Kinder zur Einschulung die erforderlichen Sprachkenntnisse mitbringen. Homburger: ?Damit entfällt die Notwendigkeit für ein verpflichtendes Kindergartenjahr.?

Baden-Württemberg hat mit Hilfe der Landesstiftung als eines der ersten Bundesländer den Einstieg in eine gezielte Förderung für Kinder mit Sprachdefiziten in Kindergärten schon vollzogen. Für die Finanzierung der intensivierten Sprachförderung wollen die Südwest-Liberalen das Landeserziehungsgeld umschichten. Homburger: „Das Landeserziehungsgeld hat ein jährliches Volumen von ca. 83 Millionen Euro. Das sollten wir für den Ausbau der Kinderbetreuung und teilweise für die Verbesserung der Sprachförderung nutzen.“ Da die anspruchsberechtigten Eltern noch zwei Jahre nach Umgestaltung des Landeserziehungsgeldes Vertrauensschutz genießen, soll nach dem Willen der Liberalen zunächst das ergänzende Sprachförderprogramm der Landesregierung verstärkt werden. Die notwendige Finanzierung kann nach Auffassung der Liberalen im laufenden Doppelhaushalt umgesetzt werden.