Hofer fordert Freigabe von Mitteln für Forschungszentrum Karlsruhe

(Stuttgart) ?Seit dem Jahr 2000 darf das Forschungszentrum Karlsruhe als eine der zentralen Forschungseinrichtungen in Deutschland keine Bundesmittel mehr für innovative Reaktorfor-schung ausgeben?, kritisierte der energiepolitische Sprecher der FDP/DVP-Landtagsfraktion, Jürgen Hofer heute in Stuttgart. Dies gehe auf eine Initiative des ?Grünen? Bundesministeriums für Umwelt, Naturschutz und Reaktorsicherheit in Berlin zurück. Während die Kernenergie weltweit eine Renaissance erlebe und an neuen sicheren Reaktortypen geforscht werde, manövriere Bundesumweltminister Jürgen Trittin Deutschland in einem wichtigen Forschungsfeld ins Aus. Hofer forderte, Mittel für innovative Reaktorforschung wieder freizugeben.

Nach den Worten von Hofer kehren inzwischen viele Forscher Deutschland den Rücken zu. Die Ausbildung neuer Fachkräfte finde nicht mehr ausreichend statt. Dabei soll selbst nach der derzeitigen Planung der Grünen das letzte Kraftwerk in der Bundesrepublik erst 2022 vom Netz gehen. Solange werde für den Betrieb und die staatliche Aufsicht der Anlagen Fachpersonal benötigt. Nach 2022 müsse der Rückbau der Anlagen überwacht und die sichere Endlagerung der radioaktiven Abfälle gewährleistet werden. „Wir werden dann auch hier auf ausländische Fachkräfte angewiesen sein, obwohl Deutschland noch vor wenigen Jahren auf dem Gebiet der Kernforschung international führend war“ erklärte Jürgen Hofer.

„Sich für Kernforschung einzusetzen bedeutet weder, dass man gegen den Ausbau regenerativer Energien ist, noch dass man sich als Atomlobbyist betätigt. Es ist eine unbestrittene Tatsache, dass ein effektiver weltweiter Klimaschutz vorerst nur mit modernen Kern-kraftwerken möglich sein wird“, so Hofer.

International seien zur Zeit Bestrebungen im Gange, eine vierte Reaktorgeneration zu entwickeln, bei der die nuklearen Abfälle minimiert und die Reaktorsicherheit erneut erhöht werden. Dazu hätten sich die meisten großen Industrienationen zusammengeschlossen. Die EU stelle Fördermittel zur Verfügung. Mangels der erforderlichen Kofinanzierung von 50 Prozent in fast allen EU-Förderprogrammen flösse das Geld ins europäische Ausland ab.

„Die Folgen sind verheerend“, so Hofer. Nach den Worten des FDP-Landtagsabgeordneten verliert Deutschland zunehmend das dringend erforderliche Know-How in Sachen Kerntechnik. Einfluss auf die Sicherheitsstandards neu entwickelter Anlagen könnte Deutschland nicht mehr nehmen. Auch von der Erfahrung in der Sicherheitstechnik, die bei der Neuentwicklung von neuen Reaktortypen außerhalb Deutschlands gemacht wird, sei Deutschland ausgeschlossen. „Deutschland besaß in Sachen Reaktorsicherheit einmal eine gewisse Autorität, da es auf diesem Gebiet weltweit führend war. Heute geraten wir international mehr und mehr ins Abseits“, warnte Hofer.