Heinrich: „Die Dekade des Wassers“ darf keine Worthülse werden

(Berlin) Zum morgigen internationalen Tag des Wassers erklärt der Experte für Ernährungsfragen in der Entwicklungspolitik der FDP-Bundestagsfraktion, Ulrich Heinrich:

Zum morgigen Tag des Wassers wird von den Vereinten Nationen die „Dekade des Wassers“ ausgerufen. Damit wollen die Vereinten Nationen die herausragende Bedeutung des Wassers für das Leben und die Menschen unterstreichen, denn Wasser ist das Lebensmittel Nummer Eins.
Der Zugang zu sauberem Wasser ist ein Grundrecht, das in vielen Entwicklungsländern nur auf dem Papier steht.
Viele Frauen in Afrika müssen täglich bis zu drei Stunden zu Fuß zum nächsten Brunnen zurücklegen und nicht selten ist dieser Weg umsonst. Unsauberes Wasser verursacht Krankheiten und Tod. In jedem zweiten Klinikbett weltweit liegt jemand, der durch schmutziges Wasser krank geworden ist.
Deshalb muss allen Menschen sauberes Wasser frei zur Verfügung stehen. Frei heißt aber nicht kostenlos! Denn Wasser hat seinen Preis, der durchaus sozial gestaffelt sein kann. Nur so kann die Ressource auch in Zukunft gesichert werden.
Wasser wird zum größten Teil für die Landwirtschaft und zur Produktion von Nahrungsmitteln gebraucht. 40 Prozent der Welternte wächst auf künstlich bewässertem Land. Dafür werden 70 Prozent des weltweit verbrauchten Süßwassers benötigt.

Aus diesem Grund ist es dringend notwendig, in denjenigen Gebieten, die ohne zusätzliche Bewässerung Nahrungsmittel produzieren können, die Produktion zu steigern und alle Möglichkeiten des modernen Landbaus zu nutzen. Und wir müssen verhindern, dass landwirtschaftliche Nutzflächen durch Versteppung und Verkarstung verloren gehen. Dem müssen wir mit einer progressiven Wiederaufforstungspolitik und mit moderner Landbewirtschaftung begegnen.