Goll: „Erneut beeindruckend positive Bilanz. Nicht rückfällige Täter sind noch immer der beste Opferschutz.“

"Der "Resozialisierungsfonds Dr. Traugott Bender kann für das Jahr 2004 erneut eine beeindruckend positive Bilanz seiner Tätigkeit ziehen", teilte der baden-württembergische Justizminister Prof. Dr. Ulrich Goll (FDP) heute
in Stuttgart mit. Die beim Justizministerium Baden-Württemberg angesiedelte Stiftung zur Resozialisierung von Straffälligen gewährte im vergangenen Jahrinsgesamt 116 ehemaligen Straftätern aus Baden-Württemberg zinslose Darlehen in Höhe von rund 520.000 Euro. Die Darlehen wurden zur Schuldensanierung der
ehemaligen Straffälligen verwendet. Damit konnten Forderungen von 615 Gläubigern reguliert werden.

Goll erläuterte bei der Vorstellung des Jahresberichts für das Jahr 2004 die sehr entscheidende Bedeutung der Stiftung mit Blick auf eine erfolgreiche Resozialisierung von Straftätern und den Schutz der Bevölkerung vor neuen Straftaten: "Die Erfahrung zeigt, dass ein schuldenfreier Neuanfang nach
Verbüßen der Strafe die Chance der Wiedereingliederung in die Gesellschaft
deutlich erhöht. Das Risiko einer erneuten Straffälligkeit wird durch die von der Stiftung gewährte Hilfe erheblich gemindert. Und Täter, die nicht mehr rückfällig werden, sind noch immer der beste Opferschutz."
Goll hob hervor, dass gerade auch wegen des großen Engagements von haupt- und ehrenamtlichen Bewährungshelfern das Rückzahlungsverhalten der Darlehens-Empfänger im Allgemeinen gut sei. Für viele Straffällige sei es eine völlig neue Erfahrung, dass ihnen durch die Darlehensgewährung
Vertrauen entgegengebracht werde. Der Vertrauensvorschuss führe dazu, dass der überwiegende Teil der Darlehensnehmer die vereinbarten Tilgungsraten pünktlich zahle und die Tilgung des Darlehens trotz geringer Einkommen Vorrang habe. Ernsthafte Schwierigkeiten bei der Tilgung würden meist dann auftreten, wenn der Arbeitsplatz verloren gehe. Dann müssten die Raten
ermäßigt oder vorübergehend gestundet werden. Die Mehrzahl nutzte jedoch die
Chance zu einem Neuanfang in wirtschaftlich geordneten Verhältnissen. Häufig gelinge es durch die Darlehen auch, den unschuldig in finanzielle Not geratenen Ehegatten und Kindern der Straffälligen zu helfen, die drohende Mittellosigkeit und die damit verbundenen sozialen Folgen abzuwenden,
betonte der Minister.

Seit ihrem Bestehen hat die Stiftung "Resozialisierungsfonds Dr. Traugott
Bender" über 3.100 Darlehen mit einem Gesamtvolumen von über 19,3 Mio. Euro
zur Schuldentilgung gewährt. Von dem ausgeliehenen Gesamtbetrag sind seither
rund 16 Millionen Euro (entspricht 82,98 Prozent) wieder an die Stiftung
zurückgeflossen. Mit Hilfe dieser finanziellen Mittel konnten Schulden von Straffälligen bei fast 18.000 Gläubigern mit einem Gesamtbetrag von über 80,2 Mio. Euro abgelöst werden.

Weitere Informationen sind im Internet unter www.resofonds-bw.de abrufbar.