Goll: „1,2 Mio. Euro für weiteren richtungweisenden Beitrag zur Kriminalprävention in Baden-Württemberg“

(Stuttgart) Der Vorstand des gemeinnützigen Vereins Projekt Chance e. V. hat den Aufbau eines landesweiten Nachsorgenetzwerks für junge Strafgefangene nach ihrer Haftentlassung beschlossen. Der Justizminister und Vorsitzende des Vereins, Prof. Dr. Ulrich Goll (FDP), erklärte heute in Stuttgart: „Für diese wichtige Initiative hat die Landesstiftung Baden-Württemberg insgesamt 1,2 Mio. Euro zur Verfügung gestellt. Mit diesem Geld werden wir einen weiteren richtungweisenden Beitrag zur Kriminalprävention in Baden-Württemberg leisten.“

Im Nachsorgenetzwerk sollen junge Strafgefangene, die sonst unvorbereitet aus dem Strafvollzug entlassen würden, beraten und unterstützt werden.
Insbesondere sollen ehrenamtliche oder hauptberufliche Helfer mit den Gefangenen bereits in der Haft Kontakt aufnehmen. Damit werde ein Absturz in das so genannte „Entlassungsloch“ vermieden, so der Minister. Nicht selten stünden die jungen Gefangenen nach Monaten oder gar Jahren der Gefangenschaft vor neuen, ihnen schier unüberwindbar scheinenden Aufgaben, die zu bewältigen sie sich alleine nicht ohne weiteres zutrauten. Die Gefahr eines Rückfalls sei dann groß. „Hier setzt unser Nachsorgeprojekt an. Wir wollen Hilfe für die Zeit nach der Haft anbieten“, so Goll. „Geldleistungen werden die Strafentlassenen aus den Mitteln nicht erhalten“, stellte der Minister klar. „Mit dem Nachsorgeprojekt verfolgen wir das Ziel, die Rückfälligkeit in die Kriminalität zu verhindern. So können wir die innere Sicherheit in Baden-Württemberg noch weiter verbessern“, erklärte der Justizminister die Beweggründe für die Initiative. Nach einer Ausschreibung werde ein kompetenter Dienstleister mit der Durchführung der Nachsorge beauftragt.

Projekt Chance e. V. führt in Creglingen-Frauental bereits seit über einem Jahr ein bundesweit beachtetes Modellprojekt eines fortschrittlichen, zeitgemäßen und modernen Jugendstrafvollzugs durch. „Auch mit dem neuen Projekt, das wir wissenschaftlich begleiten lassen, gehen wir neue Wege in der Kriminalprävention. Dabei setzen wir vor allem auch auf bürgerschaftliches Engagement“, zeigte sich Goll zum Beschluss des Vorstands zuversichtlich. „Nachsorge ist – wie aus der Medizin bekannt – eine wirksame
und kostengünstige Alternative zur ´stationären Behandlung´“, so der Minister.