Götting: Stalking ? das Problem das an die Seele geht

frauenpolitische Sprecherin der FDP/DVP-Landtagsfraktion, Renate Götting, begrüßt die heutige Entscheidung des Bundesrats, den von Baden-Württemberg unterstützten Gesetzentwurf zur Schaffung eines eigenen Stalking-Straftatbestandes, an den Bundestag zur Entscheidung zu verweisen. (Stalking kommt aus dem Englischen und bedeutet wörtlich übersetzt: Anschleichen, Anpirschen an das Wild. Inzwischen steht Stalking für das zwanghafte Verfolgen und Belästigen einer Person.)

Eine aktuelle Studie des Zentralinstituts für Seelische Gesundheit in Mannheim zeigt, dass Stalking auch in Deutschland ein ernstzunehmendes Problem darstellt. „Das Gewaltschutzgesetz und das Strafgesetzbuch bieten bisher keinen hinreichenden Schutz für diese spezielle Form der Belästigung und Bedrohung, deren Opfer in erster Linie Frauen sind, so Götting“. Die vorgelegten Zahlen zeigen, dass 87,2 Prozent der Stalking-Opfer Frauen, 85,5 Prozent der Stalker, also derjenigen, die ihr Opfer verfolgen und belästigen, Männer sind.

Die Frauen, und meist auch die bei ihnen lebenden Kinder, sind einer enormen Belastung ausgesetzt. Untersuchungen von Stalking-Opfern zeigen, dass diese unter erheblichen medizinischen und psychischen Folgewirkungen des Stalkings leiden. Stalking-Opfer leiden häufig unter verstärkter Unruhe, Angstsymptome, Schlafstörungen, Magenbeschwerden und Depressionen. 73,1 Prozent der befragten Betroffenen gaben an, dass sich ihr alltägliches Verhalten aufgrund des Stalking verändert hat. Es ist bemerkenswert, so Götting, dass nach der Studie des Zentralinstituts für Seelische Gesundheit, nur 20,5 Prozent der betroffenen Stalking-Opfer eine Anzeige bei der Polizei erstatten“. Ein eigener Stalking-Straftatbestand würde die Opfer stärken und die Chance von Stalkern verringer, einer Strafverfolgung zu entgehen. Dies wäre ein wesentlicher Schritt, Frauen ein gewaltfreies Leben zu ermöglichen.