Frühzeitige und größtmögliche Transparenz bei geplanten Energieprojekten ist elementar

„Es geht natürlich auch darum, die immensen technischen und wirtschaftlichen Herausforderungen der Energieversorgung zu meistern. Aber ebenso wichtig ist es, die notwendige Transparenz hinsichtlich der Zusammenhänge und damit die Akzeptanz für die sich hieraus ergebenden notwendigen Veränderungen bei den Bürgerinnen und Bürgern zu schaffen“, sagte Wirtschaftsminister Ernst Pfister heute in Stuttgart zur Eröffnung des Kongresses „Energie braucht Akzeptanz: Kraftwerke und Netzausbau in der gesellschaftlichen Auseinandersetzung“. „Für elementar halte ich eine frühzeitige und größtmögliche Transparenz bei der Vermittlung von Fakten über ein geplantes Projekt“, hob Pfister hervor. „Die Akzeptanz von Projekten kann beispielsweise erhöht werden, indem den Bürgerinnen und Bürger die Möglichkeit geboten wird, sich an den wirtschaftlichen Erträgen der Anlagen zu beteiligen“, so Pfister weiter. „Bei mehr als 30 Bioenergiedörfern und mehreren Bürgerwindenergieanlagen in Baden-Württemberg wird Bürgerbeteiligung erfolgreich praktiziert“.

„Der erste Schritt für mehr Akzeptanz ist mehr Transparenz“, sagte Jochen Homann, Staatssekretär im Bundeswirtschaftsministerium: „Die Menschen müssen wissen, wohin die Reise geht und welche sachlichen Gründe hinter den Entscheidungen stehen. Dabei müssen wir die Sorgen und Ängste der Menschen ernst nehmen.“ Homann beleuchtete die bundespolitische Sicht auf das Thema Akzeptanz, dass auch im Energiekonzept der Bundesregierung mit der notwendigen Prominenz als wichtiger Handlungsleitfaden vertreten ist.

„Mit dem Kongress haben wir die mit Fragen der Energieversorgung befassten Entscheidungsträger und Multiplikatoren auf landes-, regional- und kommunalpolitischer Ebene ebenso wie die Vertreter von Energieversorgungsunternehmen und betroffener gesellschaftlicher Interessensverbände an einen Tisch geholt“, so Pfister. Neben Pfister und Homann referierten beispielsweise Dr. Stefan Birkner, der Staatssekretär des niedersächsischen Ministeriums für Umwelt und Klimaschutz, Heinrich Hick, Mitglied im Kabinett des EU-Energiekommissars Günther Oettinger und weitere Energie-Experten. Am Nachmittag diskutierten im Forum Landespolitik die Fraktionsvorsitzenden Dr. Hans-Ulrich Rülke (FDP), Claus Schmiedel (SPD) und die Abgeordneten Franz Untersteller (DIE GRÜNEN) und Paul Nemeth (CDU). „Wir haben eine engagierte und informative Debatte über den gesamten Energiemix hinweg angestoßen“, betonte Pfister.

„Damit wir die europäischen und nationalen Klimaschutzziele erreichen, muss sich nicht nur die Art der Strom- und Wärmerzeugung grundlegend ändern. Wir müssen auch die Netze aus- und umbauen und neue Möglichkeiten zur Speicherung von Energie schaffen“, erklärte Minister Pfister. „Dabei haben alle Arten der Energieerzeugung gemeinsam, dass keine auf eine ungeteilte Akzeptanz in der Bevölkerung trifft. Da müssen wir ansetzen“, hob der Minister hervor.

Die Akzeptanzförderung war einer der roten Fäden der Kommunikationskampagne zum Energiekonzept Baden-Württemberg 2020, mit der das Wirtschaftsministerium das Energiekonzept der Landesregierung in die Fläche gebracht und die Diskussion vor Ort gesucht hat. Elementar sei dabei eine frühzeitige und größtmögliche Transparenz bei der Vermittlung von Fakten über ein geplantes Projekt. „Schließlich fällt es jedem von uns leichter, etwas zu akzeptieren, wenn man es versteht“, so Pfister. An dieser Stelle könne die Politik als Vermittler zwischen der Wirtschaft und den Bürgern aktiv werden. Auf der Basis von verständlichen Informationen könne dann bei Bedarf ein intensiver Dialog mit allen betroffenen und interessierten Kreisen stattfinden.