FDP-Vize Döring drängt auf die Einführung von nachlaufenden Studiengebühren

(Stuttgart) Der stellvertretende FDP-Bundesvorsitzende und baden-württembergische Wirtschaftsminister Walter Döring hat heute die Einführung von nachlaufenden Studiengebühren gefordert:

„Wer das Leistungsniveau der Universitäten stärken will, der muss für eine verlässliche Finanzausstattung im akademischen Bildungsbereich sorgen. Deshalb bin ich dafür dafür, auch die Studierenden an den Kosten der Ausbildung zu beteiligen. Um das finanziell verträglich und fair zu gestalten, plädiere ich für die Einführung nachlaufender Studiengebühren. Dieses Modell hat den Vorteil, dass die Studierenden erst nach der Vollendung ihrer Ausbildung ? also in einer Phase, in der sie selbst wirtschaftlich gesichert sind ? ihren finanziellen Beitrag leisten. Das Verbot von Studiengebühren muss deshalb dringend von Rot-Grün zurückgenommen werden.

Wir müssen endlich mit dem Mythos aufhören, Studiengebühren seien sozial ungerecht und schreckten vor allem Jugendliche aus sozial schwächeren Familien vom Studium ab. Die OECD Studie „Bildung auf einen Blick“ hat festgestellt, dass an der Privatuniversität Witten-Herdecke 41 % der Studenten aus niedrigen oder mittleren Einkommensschichten stammen und an den staatlichen Hochschulen sind es 42 %. Dies ist Anlass genug, mit dem politischen Glaubensgrundsatz aufzuräumen, dass erst der Verzicht auf Studiengebühren soziale Gerechtigkeit beim Hochschulzugang gewährleistet. Umgekehrt hat die Abschaffung der Studiengebühren im Jahre 1970 nicht zu der sozialen Gerechtigkeit und zu der Öffnung der Hochschulen beigetragen. Nach wie vor studieren wesentlich mehr Akademiker- als Arbeiterkinder.

Nachlaufende Studiengebühren sind ein solidarischer Beitrag der ausgebildeten Akademiker. Denn deren Studium wird zu 70 Prozent von Bürgerinnen und Bürgern bezahlt, die nie eine Universität von innen gesehen haben. Wer ehrlich an der Gleichwertigkeit von beruflicher und akademischer Bildung arbeitet, der muss auch den ausgebildeten Akademiker zur Finanzierung im Bildungsbereich heranziehen. Denn Gesellen, die sich zum Meister ausbilden lassen, wird dies schon immer abverlangt.

Eine wichtige Voraussetzung für die Erhebung von nachlaufenden Studiengebühren ist allerdings die Zusicherung, dass die eingenommenen Mittel in voller Höhe den jeweiligen Hochschulen zufließen. Dies ist ein wichtiges Element, um Leistung und Wettbewerb unter den Hochschulen zu stärken und sie im internationalen Vergleich fit zu machen.“